In aller Stille haben die Sowjets zur Entlastung der Transsibirischen Eisenbahn eine „Südsibirische“ gebaut, die nach Meldungen aus Moskau jetzt bis auf den von Stalinsk im Tal des Tom nach Sinjawino führenden Teil fertiggestellt worden ist. Die Transsibirische Bahn konnte seit langer Zeit die Ansprüche, die die Industrialisierung Zentralasiens an sie stellte, nicht mehr befriedigen. Die Verkehrsdichte zwischen den Industriegebieten an den Ostabhängen des Ural und Taischet, wo die zum Süd- und Nordufer des Baikalsees führenden Linien abzweigen, war zu groß geworden. Mit dem Bau der Entlastungslinie, die südlich der Transsibirischen Bahn von Magnitogorsk über Akmolinks–Pawlodar–Barnaul–Stalinsk–Sinjawino nach Taischet verlaufen soll, hatten die Sowjets bereits vor zehn Jahren begonnen. Jetzt ist erstmalig ein direkter Verkehr von Magnitogorsk nach Stalinsk möglich. Somit können die Kohlen aus dem Karäganda-Gebiet nunmehr ohne den gewaltigen Umweg über die Transsibirische Eisenbahn direkt an die Turkestan-Sibirische Eisenbahn herangeführt und auf ihr und ihren Zweiglinien in die Räume der Südstaaten der Sowjetunion befördert werden. Es versteht sich, daß die neuen Linien nicht nur wirtschaftliche, sondern auch strategische Bedeutung haben, zumal da die Transsibirische Strecke im Zeitalter des Luftkrieges einen leicht verwundbaren Engpaß darstellt. E. K.