Rlt., Düsseldorf, 6Mitte März

Vor Jahresfrist schrieben wir an dieser Stelle, es wäre eine gesamtdeutsche Aufgabe, die Demontagefolgen so schnell wie möglich zu beseitigen, um aus den Engpässen der Grundstoff und gewisser Spezialindustrien herauszukommen, hunderttausend Dauerarbeitsplätze neu zu schaffen und die Zahlungsbilanz des Außenhandels auch von dieser Seite aus zu verbessern. Zwar ist in den vergangenen zwölf Monaten durchaus einiges geschehen, aber es reicht noch nicht. Vom Gesamtbedarf des ersten Remontageplans der Notgemeinschaft für reparationsgeschädigte Industrie von 1,3 Mrd. DM ist ein Betrag von rd. 300 Mill. DM aus Landes- und Bundesmitteln und von rd. 180 Mill. DM aus Wirschaftskrediten und aus Selbstfinanzierung für Remontage-Objekte gedeckt worden. Als Ergebnis kann festgestellt werden, daß von 128 untersuchten Betrieben für 80 Mill. DM rd. 30 000 Dauerarbeitsplätze geschaffen wurden, d. h. für 2700 DM ein neuer Arbeitsplatz! Diese Relation ist so günstig, daß sie angesichts des zweiten Remontageplanes, der Anfang März bekannt wurde und der für 340 Betriebe 1,13 Mrd. DM vorsieht, Anregungen für einen noch besseren Einbau der Remontage-Aktion in die Gesamtplanung des deutschen Wiederaufbaus gibt.

Vielleicht sollte eine Koordinierung der sehr erheblichen Soforthilfefonds-Beträge, die zur Schaffung von Dauerarbeitsplätzen für den Kreis der Flüchtlinge und Geschädigten vorgesehen sind, mit der Remontage-Politik in dem Sinne möglich sein, daß die Wohnbaumittel dieses Fonds dorthin gesteuert werden, wo der Industriekredit für den Arbeitsplatz hinkommt, so daß für den Flüchtling Wohnung und Arbeit zugleich erstellt werden können. Hierher können auch Mittel für Notstandsarbeiten aus dem Arbeitslosen-Versicherungsstock gehören.

Daß es sich insgesamt um sehr große Beträge handelt, sollen einige Zahlen darstellen. Von den 550Remontagefirmen des ersten Planes erscheinen nur noch 340 im zweiten Plan. Von den 1130 Mill. DM entfallen auf Eisen und Stahl 785 Mill., auf die sonstige Industrie 345 Mill. Allein 440 Mill. DM beanspruchen zwei Großprojekte der Eisen- und Stahlindustrie. Der Maschinenbau meldet 127 Mill., Chemie 71 Mill., Werften 46 Mill. (davon in Hamburg Howaldt und Deutsche Werft), Eisen- und Metallindustrie 26 Mill. DM. Ländermäßig stehen Nordrhein-Westfalen mit 666 Mill. und Niedersachsen mit 231 Mill. DM an der Spitze vor Bayern mit 81,8 Mill., Rheinland-Pfalz mit, 34 Mill., Hamburg mit 32,7 Mill., Württemberg-Hohenzollern mit 25 Mill., Schleswig-Holstein mit 23 Mill. und Bremen mit 18 Mill. DM.