Unter den glücklichen Gewinnern des Stalin-Preises für Literatur befindet sich in diesem Jahre der Schriftsteller Orest Malcew, dessen Roman „Die jugoslawische Tragödie“ ausgezeichnet worden ist. Der Roman – und noch mehr der Stalin-Preis, der seinem Autor verliehen wurde – zeigt deutlich, daß das Tito-Regime vom Kreml immer noch als ein Pfahl im Fleisch empfunden wird. Denn in Malcews „Jugoslawischer Tragödie“ werden Tito und seine Leute, der Innenminister Rankowitsch, der Parteitheoretiker Moscha Pijade, Außenminister Kardelj und der Propagandachef Djillas, als Verräter am Kommunismus und am jugoslawischen Volk dargestellt. Es tauchen hier alle die Beschuldigungen gegen die „Tito-Clique“ in Romanform wieder auf, die von den Kominform-Sendern seit 1948 unermüdlich verbreitet werden. Danach habe das jugoslawische Volk die Stalin-Erklärung vom 3. Juli 1941 an die sowjetischen Bürger und Soldaten mit Begeisterung aufgenommen, aber die Tito-Bande habe den Elan der Massen und der Partisanen gebremst, die Befreiungsbewegung ihrer Führer beraubt und zur Ohnmacht verurteilt. Durch Tito hätten die Kommandeure der Besatzungsmacht alle Bewegungen der Partisanen im voraus erfahren. Daher die enormen Verluste der Partisanen und der Zwang, sich in den Bergen zu verstecken. Die jugoslawische Tragödie aber habe darin bestanden, daß die Kommunisten trotzdem Vertrauen zur Bande Titos behalten hätten, die sich so weit vom Kommunismus entfernt hatte.

Den Verrätern stellt Malcew einige edle Figuren gegenüber: den Partisanenführer Vutschetitsch, den die Titoisten feige ermorden; den Jovan Miletitsch, der die Sowjetunion bewundert und grundsätzlich nur beim Namen Stalins schwört; und den russischen Leutnant Zagorianow, der mit einigen Kameraden aus einem deutschen Gefangenenlager geflüchtet ist, um für die Partisanen zu kämpfen. Zagorianow und seine Leute kehren nicht nach Rußland zurück, denn sie werden von den Titoisten erschossen. Auch Churchills Beauftragter bei Tito, MacLean, spielt eine Rolle, daneben englische und amerikanische Spione, die mit ihren Sympathien bei Hitler stehen. Sie alle haben sich mit den Titoisten „gegen das jugoslawische Volk geeinigt, um die Interessen des räuberischen Imperialismus zu verteidigen“.

„Die jugoslawische Tragödie“, schreibt die Moskauer Literaturskaja Gazeta, „enthüllt die Ausdehnung der Verschwörung der Tito-Clique und demaskiert die Intrigen des amerikanischen Imperialismus, dessen Lakaien die Verräter des jugoslawischen Volkes sind. Der Leser schließt das Buch mit der Überzeugung, daß das betrogene Volk eines Tages in sich die Kraft finden wird, den Knechten des Imperialismus zu widerstehen.“ H. A.