Der Bundesvertriebenen-Minister Dr. Lukaschek ist unzufrieden mit dem Gesetzentwurf über den Lastenausgleich, in dem zuwenig für die Schaffung neuer Existenzen und für den Wohnungsbau vorgesehen sei und zuviel an Rentenzahlungen. Die Vertriebenen-Verbände sind unzufrieden mit Dr. Lukaschek; sie wollen einen anderen Minister. Noch unzufriedener ist der „Zentralverband der Fliegergeschädigten, Evakuierten und Währungsgeschädigten“; er findet, daß die 10 Millionen Heimatvertriebenen bevorzugt seien, da für sie ein eigenes Ministerium bestehe, während die 13 Millionen „Kriegssachgeschädigten“ nur durch einen Referenten des Innenministeriums betreut würden. Also fordert der Zentralverband, daß die Interessen der „Kriegssachgeschädigten“ durch ein eigenes, neues Ministerium wahrgenommen werden. Unklar ist freilich, warum der Verband die Zahl der „Kriegssachgeschädigten“ nur auf 13 Millionen Menschen beziffert: wenn man schon die sogenannten „Währungsschäden“, die ja eigentlich als Inflationsschäden bezeichnet werden müßten, unter „Kriegssachschäden“ rubriziert, dann gibt es in ganz Westdeutschland wohl kaum eine Familie, die nicht „sachgeschädigt“ wäre. Also sollte man konsequenterweise fordern, daß nun endlich ein neues, ganz großes Ministerium für die 48 Millionen „Irgendwiegeschädigten“ der Bundesrepublik geschaffen wird... n.f.