Die Jugend muß rechtzeitig an Staat hereingeführt werden, so heißt es allenthalben in politisch aktiven Kreisen, und sicherlich mit Recht. Die meisten Parteien haben ihre Jugendgruppen, bis auf die CDU und die FDP, die immer noch mit der Organisierung der Vierzehn- bis Achtzehnjährigen zögern, da sie darin einen Vorgriff auf die politische Entscheidungsfreiheit der Heranwachsenden sehen. Sie sagen, der Mensch solle, wenn er reif geworden sei, selber bestimmen, wohin er sich wenden wolle.

Wie dem auch sei, gegen einen staatspolitischen Unterricht in der Schule, ob als gesondertes Fach oder innerhalb des Geschichtsunterrichts, wird heute kaum jemand mehr etwas einwenden wollen. Doch was soll man dazu sagen, wenn – wie das jüngst in Hamburg geschah – den Schülern einer Unterprima als Deutschaufsatz das Thema „Wie stelle ich mich zum Wehrbeitrag?“ gegeben wird? Die Jungen sollten also nicht nur etwa die historische Entwicklung dieser sowieso schon sehr komplizierten Frage aufzeichnen oder erklären, was man unter diesem Begriff versteht, sondern sie sollten ganz persönlich Stellung nehmen.

Was aber taten die meisten von ihnen? Sie erkundigten sich, soweit sie es nicht schon wußten, welcher Partei der Lehrer angehöre. Damit war ihnen aber nicht geholfen, denn sie fanden niemander, der ihnen hätte sagen können, wie hinwiederum diese Partei sich zum Wehrbeitrag stellt. Bst.