Der neue deutsche Dollarbonus ist verkündet. Beim Anfall frei konvertierbarer Devisen wird dem Exporteur 40 v. H. des Bruttoerlöses in DM so gutgeschrieben, daß er am Markt die Gutschrift handeln kann. Erhält er ein Aufgeld dafür, so kann er es – und das ist der Sinn der Sache – zur Verbilligung seiner „Dollarangebote“ oder -verkaufe verwenden. Das Verfahren ist genügend „kaufmännisch“, also wird Deutschland nunmehr mit den Verkaufsbemühungen anderer Länder in „Dollaria“ konkurrieren können.

Können wir wirklich konkurrieren? Eine eindeutige Antwort fällt schwer. Erstens muß man wissen, wie die „anderen“ Dollardrive betreiben, ob man also mit ihnen mithalten kann. Und zweitens müßte man, um zu einer überzeugenden Antwort kommen zu können, nun schon wissen, wie die Weltmarktpreise tendieren...

Zum ersten: Großbritannien gewährt Export-Kredit-Garantien durch das Export Credits Guarantee Department für Großprojekte wie Konsumgüter. Die Garantie beginnt – je nach Ware und Vertrag – bei Kaufabschluß oder bei Verfrachtung. Hierfür stehen 500 Mill. £ zur Verfügung. Bei Vorliegen nationalen Interesses (darunter kann man viel verstehen) werden Spezial-Garantien gewährt.

Ähnlich handelt Frankreich. Es geht sogar in puncto Lagerbestände in französischen Konsignationslagern im Dollargebiet einen Schutt weiter. Müssen die Läger unter Verlust abgestoßen werden, so tritt die heimische Staatsgarantie in Aktion. Darüber hinaus gewährt Frankreich einen Dollarbonus (15 v. H.), wovon der Exporteur 3 v. H. beliebig verwenden kann. Die übrigen 12 v. H. sind zweckgebunden: Import notwendiger Waren, Geschäftsreisen, Messen usw. Auf Antrag kann der Dollarbonus erhöht werden.

Wie die Niederlande handeln, ist inzwischen durch die deutsche switch-Diskussion bekannt geworden: Exportanreiz durch Bankgarantien, Dollarbonus, staatliche Exportförderung, staatliche Importförderung, soweit die Waren für den Export wichtig sind. Unter diese Rubriken kann man die Umsteigegeschäfte von weichen in harte Währungen leicht unterbringen. – In Belgien versichert der Staat gegen politische, die private Versicherung gegen sonstige Risiken.

Norwegens Garantiesystem entspricht dem britischen. Marktforschung, Lagerbildung, Werbung, Verluste aus Devisenrestriktionen im Schuldnerland und Transferschwierigkeiten gehen auf Staatsrechnung. Der Exporteur erhält 15 v. H. Bonus aus Dollarerlösen. – Schweden ist nicht ganz so gebefreudig. Hier werden nur Verluste aus Lagerhaltung ausgeglichen. Staatshilfe wird für Marktforschung gewährt.

Italien dagegen geht viel weiter. Hier gibt es eine staatliche Kreditgarantie bei Dollarexporten. Der Dollarbonus bis 50 v. H. ist kaufmännisch gehalten. Besonders bevorzugt wird der Handwerksexport. Alles in allem: Man steht nicht nur auf einem Bein. – Die deutschen Maßnahmen liegen etwa im Mittelfelde.