In den letzten Wochen hatte es zwar ein wenig nach Komplikationen ausgesehen, aber am 2. April ging die Geburt des Deutschen Produktivitätsrates (in Bonn) nun doch in einer Atmosphäre strikter Sachlichkeit glatt, gewissermaßen „ohne Zange“, vonstatten. Die Väter des schon etwas ungeduldig erwarteten Neulings in unserem wirtschaftlichen Dasein sind: Bundesregierung, Unternehmer, Gewerkschaften.

Zusammensetzung des Gremiums: die Bundesminister für Wirtschaft (Vorsitz), Marshall-Plan, Arbeit und Finanzen; BDI-Präsident und -Vizepräsident Fritz Berg und W. A. Menne, Dr. Walter Raymond (Vorsitzender der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände), MinRat a. D. Dipl.-Ing. Edgar Haverbeck, Dr.-Ing. Erich Mittelsten-Scheid, Dr. Kurt Pentzlin und Hans Brummer sowie Hans vom Hoff (DGB-Bundesvorstand), August Schmid (Vorsitzender IG Bergbau), Wilhelm Gefeller (Vorsitzender IG Chemie, Papier, Keramik), Bernhard Tacke (Stellv. Vorsitzender Gewerkschaft Textil und Bekleidung) und Dipl.-Volkswirt Rolf Späthen (DAG-Hauptvorstandsmitglied). Vertreter der Mutual Security Agency (MSA) nehmen beratend an den Sitzungen teil.

Auf dem Arbeitsprogramm des Rates stehen die Förderung aller zur Produktivitätssteigerung (Rationalisierung!) geeigneten Maßnahmen in den Unternehmen, des Erfahrungsaustausches der Betriebe untereinander, der zweckbestimmten betrieblichen Sozialpolitik, der Berufs- und Nachwuchsausbildung, der wirtschaftsnahen Forschung; die Verbesserung der Lohnsysteme (z. B. Prämienlöhne); kredit- und steuerpolitische Schritte zur Leistungserhöhung; die Auswahl solcher Firmen, die Vorbild für die Realisierung des skizzierten Vorhabens sein sollen; und – last not least – die Gewinnung der breiten Öffentlichkeit für den Gedanken der Produktivitätssteigerung. Beauftragte der beteiligten Gruppen bilden jetzt einen Arbeitsausschuß, Be.