Zu Beginn der letzten Märzwoche (24. 3.) gingen die Kurse auf dem Aktienmarkt weiter zurück. Zunehmende Kundenverkäufe und verstärkte Tätigkeit der Fixer brachten nach starken Abschlägen niedrigste Kurse. Die Rückgänge betrugen bei den Montanpapieren in zwei Tagen bis zu 15 Punkte. Auch bei anderen Aktienwerten waren stärkere Kurseinbußen zu verzeichnen. Hiervon wurden erstmalig auch die Schiffahrtswerte erfaßt, die sich bislang erstaunlich widerstandsfähig gezeigt hatten. Diese starken Kursrückgänge lösten am 26. März verbreitet Aufnahmen der angebotenen Montanpapiere aus, die im Zusammenhang mit darauf einsetzenden Deckungen der Fixer und Meinungskäufen der Kundschaft zu einem Tendenzumschwung an den Aktienmärkten führten.

In den folgenden Tagen waren erstmalig nach vielen Wochen wieder Sperrmarkkäufe zu beobachten, die vor allem den Montanpapieren stärkeren Kursauftrieb brachten. Ohne Zweifel hatte gerade das Ausbleiben dieser Auslandskäufe auf Basis der Sperrmark den Abbau der Aktienkurse stärker beschleunigt, um so mehr wurde nun das erneute Auftreten dieser Käufe beachtet. Am 27. März wurden erstmalig Aktienwerte von Gesellschaften, die ihr Kapital nicht im Verhältnis 1:1 umgestellt haben, nämlich die Papiere der Siemens & Halske AG., in DM-Prozenten zu einem Kurs von 128 1/2 v. H. notiert.

Der Monatsultimo beeinträchtigte die freundliche Grundstimmung nicht. Besonders Montanpapiere und Schiffahrtswerte waren weiter gesucht und hatten zum Teil erhebliche Kursverbesserungen. Selbst die Ostertage konnten die stark auflebende Nachfrage gerade nach den Papieren der Gutehoffnungshütte, der Vereinigten Stahlwerke und Klöckner AG., bei denen besonders günstige Liquidations- und Umstellungsergebnisse erwartet werden, nicht zum Erliegen bringen. So wurden die Aktien der Gutehoffnungshütte am letzten Börsentag der Osterwoche mit 219 gegenüber einem Niedrigstkurs in der Berichtszeit von 175 v. H., der Vereinigten Stahlwerke mit 207 gegenüber entsprechend 170 v. H. und der Hoesch AG. mit 191 gegenüber 160 v. H. notiert.

Die Aktien der Mannesmann-Röhrenwerke waren etwas starker gefragt und hatten am vergangenen Wochenschluß einen Kurs von 151 v. H. gegenüber 128 v. H. am 26. März. Hapag-Aktien wurden mit 58 v. H. acht Punkte über dem Kurs vom 25. März gehandelt. Auch andere Aktienpspiere hatten mehrprozentige Kurserhöhungen, dennoch ist immer wieder zu beobachten, daß es vor allem die Aktien der Montane sind, deren KursbewertungdieJeweilige Tendenz der Aktienmärkte bestimmen. Die Sienens-Aktien könnten die neue Notierung in DM-Prozenten entgegen der allgemeinen Tendenz nicht halten und gingen im Verlauf der vergangenen Wochen auf 122 1/2 v. H. zarück. Das entspricht in DM-Prozenten einem Kurs, von 73,5 v. H.

Vom Rentenmarkt ist nichts Neues zu berichten. Das Geschäft war. weiterhin ruhig. Die verschiedenartigsten Kapitalmarktspekulationen blieben auf das Rentengeschäft selbst ohne Einfluß. Man ist an der Börse eben hinsichtlich der Realität der in diesem Zusammenhang geführten Gespräche und Verhandlungen allmählich sehr skeptisch eingestellt. Wie wir erfahren, konnte die Ende März aufgelegte 6 1/2 % Wandelanleihe der Nordwestdeutsche Kraftwerke AG. in Höhe von 13,5 Mill. DM inzwischen untergebracht werden. Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG., die bereits im Januar d. J. mit einer Wandelanleihe von 15 Mill DM herausgekommen war, legt nun erneut fünf Mill. DM 6 1/2prozentige Wandelschuldverschreibungen auf. Man darf annehmen, daß auch diese Wandelanleihe der MAN bei dem guten Namen des Unternehmens ohne Schwierigkeit untergebracht werden wird. Weiter haben ebenfalls die Siemens & Halske AG. und Daimler-Benz AG. die Absicht, Wandelanleihen auf den Markt zu bringen. W. H. H.