Wenn Deutschlands Fischexporte früher im Vergleich zu den Ausfuhrerfolgen anderer Fischereiländer und den deutschen Aufwendungen für Fischeinfuhren verhältnismäßig gering waren, so hat sich in den letzten Jahren doch eine stetige Aufwärtsentwicklung der Fischexporte angebahnt. 1937 exportierten wir 98 589 dz im Werte von 3,690 Mill. RM. Dann unterbanden Krieg und Nachkriegsjahre die Exportchancen der deutschen Fischwirtschaft, und erst 1949 erreichte man bescheidene Anfangserfolge: es waren 7241 dz Fische und Fischwaren im Werte von 413 000 DM. 1950 aber begann bereits ein erfreulicher Anstieg. Der Ausfuhrwert belief sich auf 2,674 Mill. DM, die exportierte Menge auf 60 454 dz. Besondere Beachtung jedoch verdient der Erfolg des letzten Jahres. In ihm konnte die westdeutsche Fischwirtschaft 102 622 dz im Werte von 9,562 Mill. DM ausführen und damit die Vorkriegsziffern erheblich überschreiten.

Wohin gingen Westdeutschlands Fische und Fischwaren? 1937 stand Österreich mit 30 376 dz an der Spitze der Abnehmerländer und bezog damit fast 1/3 des gesamten deutschen Fischexports. In weitem Abstand folgten damals Frankreich (5894 dz) und die Schweiz mit 3932 dz. Nach den USA waren 1415 dz, nach Belgien 1041, nach Italien 539 und nach Großbritannien 526 dz gegangen. Wenn auch der Menge nach im Vorjahr Frankreich mit 33 332 dz den ersten Platz der Abnehmerländer einnahm, so betrug der Erlös doch nur 1,801 Mill. DM, weil unser westlicher Nachbar hauptsächlich Muscheln von uns kaufte (30 409 dz). An erster Stelle stand 1951 nach dem Ausfuhrwert wieder Österreich. Es bezog 23 721 dz für 2,414 Mill. DM. Die Niederlande kauften in der Bundesrepublik für 869 000 DM 11 800 dz Fische und Fischkonserven. An vierter Stelle folgte Belgien mit 10 598 dz für 284 000 DM (darunter 9762 dz Muscheln), Die Schweiz, nach dem Wert ihrer Bezüge mit 1,137 Mill. DM den dritten Platz einnehmend, kaufte 7099 dz. Nach den Staaten gingen 4154 dz (hauptsächlich Fischkonserven und Seefische) für 738 000 DM. Das Saargebiet nahm im vergangenen Jahr 3228 dz Fische aus Westdeutschland ab und Italien 3705 dz.

Erfolgreiche Anstrengungen machte die Fischindustrie, um mit Australien in ein einträgliches Exportgeschäft zu kommen. Es gelang, nach Australien 1828 dz Fischkonserven für rund 300 000 DM auszuführen. Allerdings ist es fraglich, ob im laufenden Jahr ein ähnlicher Erfolg möglich sein wird, seitdem die Sterlingblock-Länder wieder Importbeschränkungen einführten. Nennenswert sind noch die Ausfuhren nach Luxemburg mit 878, nach Dänemark mit 840 und nach Großbritannien mit 779 dz, desgleichen der Fischkonserven-Export nach Übersee: 117 dz gingen nach Kuba, 69 dz nach Nigeria, 29 dz nach Kolumbien, 19 dz nach Kanada, 14 dz nach Peru und u. a. 11 dz nach Venezuela.

Rechnet man den direkten Exporterlösen von 9,5 Mill. DM noch die Erlöse für den Transit mit 2 Mill. DM und die Einnahmen für die in England angelandeten 14 000 t Frischfisch mit 6 Mill. DM hinzu, so ergibt sich für 1951 eine Gesamtsumme von 17,562 Mill. DM, die die Bundesrepublik für Fischexporte vereinnahmen konnte. Darin liegen frische Seefische mit 4,632 Mill. DM an der Spitze, die Ausfuhr von Fischkonserven erbrachte 2,031 Mill. DM und die Ausfuhr von Muscheln 1,769 Mill. DM. Auffällig gering war der Export von Salzheringen; es wurden kaum 200 da im Wert von 13 000 DM ausgeführt, ww.