DIE ZEIT

Tagebuch der Zeit: Verteidigung Europas – auch durch Spanien

Die Westmächte haben es mit einer Beantwortung der letzten Moskauer Deutschlandnote nicht eilig. Sie sind vielmehr bestrebt, eine endgültige Entscheidung über neue Verhandlungen mit der Sowjetregierung in der Deutschlandfrage erst dann zu treffen, wenn die Eingliederung der Bundesrepublik in die Europäische Verteidigungs-Gemeinschaft (EVG) gesichert ist.

Die Saar auf dem Heimweg

Der Bundeskanzler hat ganz recht. Er hat es mit der Ausführung der Verabredung, die er in seinem Brief am 19. März mit Robert Schuman getroffen hat, nicht eiliger als sein französischer Partner.

Die Friedensbombe

In der Außenpolitischen Kommission des Parlaments deutete der japanische Staatsminister Okasaki an, daß für Japan durchaus die Möglichkeit bestehe, einen Friedensvertrag auch mit dem kommunistischen China abzuschließen.

Übertriebene Hoffnungen

Die Hoffnungen, die nach der Moskauer Wirtschaftskonferenz in einigen europäischen Ländern, ganz besonders in England, auf den Handel mit dem Osten gesetzt werden, ermangeln, vor allem der statistischen Fundierung.

ZEITSPIEGEL

Die japanische Regierung hat den Namen des Oberbefehlshabers auf den Philippinen, Generalleutnant Maschäru Homma, der von den Amerikanern gehängt worden ist, auf der neuesten Liste von 374 angeblichen „Militaristen und Kriegsverbrechern“ angeführt, die ihre vollen bürgerlichen Rechte zurückerhalten haben.

Robert Daniel Murphy

Es war pechschwarz in dem kleinen Keller, und wir konnten jedes Wort und jede Bewegung über uns so genau hören, daß wir wußten: absolute Stille tut not.

Labour hofft wieder

Die Ostervertagung des Parlaments von Westminster kommt nicht nur der Regierung gelegen, sondern auch ihren Gegnern, denn sie gibt ihnen Gelegenheit, ihren Erfolg bei den Grafschafts- und Gemeinde wählen in Konferenzen und Massenversammlungen propagandistisch auszubeuten.

Die Syrer bauen einen neuen Staat

partout pour la Syrie" – so begann das Nationallied der Bonapartisten während des zweiten Kaiserreiches – eine alte französische Gouvernante hatte es uns gelehrt.

„Europa-Währung“

Für den Steuerzahler in den USA ist alles, was „Europa-Hilfe“ heißt, nicht übermäßig attraktiv – gleichgültig, ob die Hilfsaktion nun ERP oder MSA firmiert.

Ferngesehene Jugendkrankheit

Mit dem Schauspiel „Früchte des Nichts“, das das Nationaltheater Mannheim in seiner Studiobühne in der Kunsthalle uraufführte, schloß der sechsteilige Dramenzyklus „Jugend zweier Kriege“ von Ferdinand Bruckner.

Sie konnten sich nicht durchsetzen

Am 24. April beginnen die Filmfestspiele 1952 in Cannes. Einen Tag vorher fand in Bonn die erste feierliche Preisverteilung des deutschen Bundesfilmpreises statt.

Notizen

Vor einer Unterschätzung der sowjetischen Wissenschaft warnte der Herausgeber des Bulletin der Atomwissenschaften, Eugen Rabinowitsch.

Die Versteigerung Gabriel Cognacq

A m 14. Mai wird in Paris in der Galerie Char pentier die Sammlung Gabriel Cognacq versteigert werden. Seit einem Vierteljährhundert hat es in Europa eine Auktion von solchem Gewicht nicht gegeben.

Buren gegen Briten

Während der offiziellen Feiern aus Anlaß der 300. Wiederkehr jenes 6. April, in dem der Holländer Jan van Riebeeck an Bord der „Dromedar“ in die Tafelbucht einlief und mit den ersten weißen Ansiedlern südafrikanischen Boden betrat, herrschte Burgfrieden in Südafrika.

Ausgerechnet Bananen

Die Ostberliner Volksbühne hat vor kurzem für eine Mark achtzig Ost ein Textbuch für Laienspielgruppen herausgebracht, das sich „Land der Wunder“ nennt.

Der Vater schlief nicht ein

Zuerst ging er ans Fenster, öffnete es ruckartig und erschrak über den Lärm, den er zu so später Stunde hervorrief. Die kühle Nachtluft prallte gegen seinen Körper, er fühlte den Stoff des Hemdes dicht an der Haut.

Die Revolution der Lyrik

Nicht einmal 150 Jahre alt ist die moderne Großstadt, in der wir heute so selbstverständlich leben. Sie verdankt ihr Entstehen den Erfindern und Technikern.

Ein Komödiant kann manchen Pfarrer lehren

Unsere Leser, soweit sie in oder nahe einer größeren europäischen Stadt wohnen, haben in den kommenden Wochen Gelegenheit, auch im Theater zu erleben, wie „Nationen ihren Humor vergleichen“.

Wer wird’s schon wörtlich nehmen?

In der Vorstellung gewisser Geschichtsunkundiger erstrecken sich Deutschlands Grenzwünsche von der Maas bis an die Memel und von der Etsch bis an den Belt.

Die Macht der silbernen Trompete

Mit den Schatten der Dämmerung trat das Ungewisse aus den Dingen hervor: aus den Gebüschen am Weg, aus den Wolken über dem Horizont, aus dem Antlitz des Mondes und aus jenem Bereich, den die Menschen „die Seele“ nennen.

Abkehr vom Geleitzug-System

Von der Vereinigung der amerikanischen Kriegsteilnehmer aus zwei Weltkriegen, der American Legion, wurde kürzlich der forcierte Ausbau der Handelsflotte durch die Bereitstellung eines fast an einen Hilfskreuzer grenzenden neuen Frachtertyps gefordert.

Gesetz Nr. 63 nicht „einbetonieren“

Noch wissen wir wenig über die Einzelheiten des zwischen den westlichen Alliierten des zweiten Weltkrieges und der Bundesrepublik abzuschließenden Generalvertrages.

Ein böses Dilemma

Professor Baade, der jetzt das von Bernhard Harms geschaffene Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel leitet, schreibt in der „Stuttgarter Zeitung“, daß der von Deutschland geforderte finanzielle Verteidigungsbeitrag, dessen Höhe er (nicht ganz präzise) auf rund 11 Mrd.

Vierzig Stunden?

Soviel ist wohl sicher, daß in einer Situation, wie sie heute für Deutschland (und für ganz Westeuropa) vorliegt, ein weiteres Ansteigen des Lebensstandards und speziell ein Mehr an sozialer Sicherheit nur allmählich erreicht werden kann, im Gleichschritt zu wachsender Produktion und gesteigerter Leistungsintensität: was geduldiges Zuwarten erfordert, bis die Früchte der betrieblichen Rationalisierung und der gesamtwirtschaftlichen Normalisierung heranreifen, bis die Investitionen in den Engpaßbereichen der Wirtschaft eine allgemeine Umsatzausweitung erlauben.

Die verstopften Häfen kosten viel Geld

Vor dem Kriege betrug die durchschnittliche Aufenthaltszeit eines Schiffes in australischen Häfen 27 Tage, 1948 aber 56 Tage, um dann bis auf 90 Tage (heute!) zu steigen.

Freie und konzerneigene Tanker

Die Tankschiffahrt, der die Beförderung flüssiger Ladung in bulk obliegt, hat immer mehr an Bedeutung zugenommen. Ihr Anteil an der Weltschiffahrt betrug 1925 nur 9,3 v.

Die „normale“ Flaute

Die Frage, ob die Flaute, die sich ja – bei uns, wie auch sonst in der Welt – vornehmlich bei den Verbrauchsgüterindustrien abzeichnet, als Anfang einer „echten Depression“ oder nur als Rückkehr zu einem normalen Geschäftsverlauf zu werten sei, wird in den letzten Wochen immer häufiger gestellt, auch immer häufiger bejaht.

RWE zahlt 4 v.H. Dividende

Innerhalb der letzten zehn Monate hat die Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG, Essen, drei rückliegende Jahresbilanzen vorgelegt, so daß sie nunmehr, kurz nach der Entlassung aus der vierjährigen alliierten Kontrolle gemäß Gesetz 27, wieder den Anschluß an die normale Jahrespublizität erreicht hat.

Mailänder Messe à la Leipzig

Zum dreißigsten Male seit 1920 öffnete die Internationale Mailänder Mustermesse (12. bis 29. April) am Ostersamstag ihre Tore.

ACHEMA in Frankfurt

Die 10. Ausstellungstagung der Deutschen Gesellschaft für chemisches Apparatewesen (Dechema) vereint vom 18. bis zum 25. Mai in acht Hallen des Frankfurter Messegeländes mehr als 500 Firmen auf 35 000 qm zu einer repräsentativen Schau ihrer Apparate, Maschinen, Werkstoffe und sonstigen Erzeugnissen sowie der von ihnen entwickelten neuesten Untersuchungs- und Produktionsverfahren.

Warenmärkte noch ohne jede Anregung

Die rückläufige Preisbewegung auf den Warenmärkten der Welt hält unentwegt an. Zwar sind in den letzten drei Wochen auch einige kleinere Preiskorrekturen nach oben erfolgt, jedoch läßt sich vorläufig noch nicht übersehen, ob sie von Dauer sein werden.

Es bleibt bei „Mannesmann“

Unvergessen ist im Ruhrgebiet der Wunsch der Sieger, die Namen der großen deutschen Werke „für alle Zeiten auszulöschen“. Der Mannesmann-Konzern gehörte zu den ersten Opfern der alliierten Entflechtungen; aber gerade in diesem Werk bestand der Mut, die entflochtene Gesellschaft nicht um ihren weltbekannten Namen Mannesmann zu bringen.

Ein Amerikaner sieht Japan

W. Ed. Burkhard ist ein amerikanischer Geschäftsmann. Er war als Soldat in Deutschland und nahm 1951 eine Stellung in der Stadt Bofu in Japan an.

Blick vom Schloß Tirol

Südtirol ist heute kein neuralgischer Punkt Europas, den man an Bedeutung etwa dem Saargebiet oder Triest vergleichen könnte.

Scherzo und Capriccio

Wer es noch nicht weiß, daß Robert Neumann nicht nur „Mit fremden Federn“, sondern auch mit der eigenen Feder virtuos wie kein zweiter umzugehen vermag, der kann es hier erleben: Ein Falschspieler und Bauernfänger, dessen Jagdrevier die Mittelmeerbadeorte sind, berichtet im Stil der Conference, wie er bei einem unfreiwilligen Ausflug nach einer dalmatinischen Insel von einem noch gerissenerem Hochstapler überspielt wird.

Kinder suchen ihren Weg

„Die Jugend von heute“, sagen die Älteren und Alten, und ein Kopfschütteln begleitet ihre Worte, die von Mißtrauen und Sich-besserdünken erfüllt sind.

Dokumente der Unzulänglichkeit

Wer sechs Jahre Soldat war und dennoch Zivilist blieb, hat einiges, aber nicht alles geleistet. Der Rechtsanwalt Viktor Velten, herausgerissen aus seiner Praxis am Kurfürstendamm, Sonderführer während des Westfeldzuges und Landser im Osten, ist aber nur ein schlechter Zivilist; es fehlt ihm die Zivilcourage.

So bieder, fromm und tüchtig

Der berühmte Pianist, auch als Komponist betont konservativer Haltung mehrfach hervorgetreten, hat hier die Geschichte seiner Kindheit und seiner Jugend niedergeschrieben.

Mit Absicht verloren?

Der Deutsche Fußball-Bund hat eine scharfe Erklärung gegen die deutsche Sportpresse veröffentlicht, die „die besten Vertreter und stärksten Aktiven“ des DFB mit dem „Odium des Schiebertums“ belegt habe.

Wachsender Chemie-Export

Im vergangenen Jahr hat die deutsche Chemieausfuhr einen Wert von rd. 2114 Mill. DM erreicht gegenüber 1084 Mill. DM im Jahre 1950.

Aus den Unternehmungen

Ahlmann-Carlshütte 125 Jahre. Am 19. April bildete die Ahlmann-Carlshütte KG., Rendsburg, auf ein 125jähriges Bestehen zurück.

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