Robert Neumann: Die Insel der Circe. Roman (Ein Lilienbuch im Verlag Kurt Desch, München, 212 S., Leinen 7,50 DM).

Wer es noch nicht weiß, daß Robert Neumann nicht nur „Mit fremden Federn“, sondern auch mit der eigenen Feder virtuos wie kein zweiter umzugehen vermag, der kann es hier erleben: Ein Falschspieler und Bauernfänger, dessen Jagdrevier die Mittelmeerbadeorte sind, berichtet im Stil der Conference, wie er bei einem unfreiwilligen Ausflug nach einer dalmatinischen Insel von einem noch gerissenerem Hochstapler überspielt wird. Das Klima der Landschaft, der Hotels und Spielsäle – alles ist mit leichtester Hand eingefangen. –

Martin Beheim-Schwarzbach: Die diebischen Freuden des Herrn von Bißwange-Haschezeck. Ein Schelmenroman (Roraro-Taschenbuch, Rowohlt Verlag, Hamburg, 151 S., 1,80 DM).

Mit größter, ja pedantischer Gründlichkeit, die den Schein der exakten Wissenschaft humoristisch vortäuscht, beschreibt Beheim-Schwarzbach die Karriere des Einbrechers aus l’art pour l’art, der es ganz ohne Gewinnsucht zur Perfektion in seinem Gewerbe gebracht hat. Eine brillante Satire auf die Spezialisierung im modernen Berufsleben.

Kurt Heynicke: Der Hellseher. Roman (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 260 S., Leinen 11,80 DM).

Die sonst in Deutschland so spärlich besetzte Branche des humoristischen Unterhaltungsromans hat in Heynicke ihren prominentesten Vertreter. Die Auflagen seiner Bücher gehen ganz ohne Beihilfe der literarischen Kritik bis in die Hunderttausende. Das wird begreiflich, wenn man an diesem neuesten Band des nun Sechzigjährigen beobachtet, wie er mit genauer Milieukenntnis (hier: die Filmateliers) und lebhaft fabulierender Phantasie eine gefällige, lustig abstruse und niemals ganz ins Seichte abgleitende Handlung zu entwickeln versteht.

Joseph Adrian: Silvester 1963, Roman (Amandus Verlag, Wien, 240 S.).