Werden wir in diesem Jahr wieder so viele Wohnungen bauen können wie 1951 oder 1950? Nun: Baustahl ist zwar noch knapp, aber sonst besteht kein „Engpaß“ mehr für Baumaterial, und die Ziegeleien klagen auch nicht mehr über Kohlenmangel. Dafür ist die Finanzierung zunehmend schwieriger geworden. Jetzt rächt es sich, daß wir im Laufe der letzten Jahre – weil nämlich bei „gebundenen“ Mieten der private Wohnungsbau unrentabel gemacht worden ist – mehr und mehr dazu übergegangen sind „sozial“ zu bauen, und dabei laufende Steuermittel (wozu ja auch die Gelder aus der Soforthilfeabgabe zu rechnen sind) für die Finanzierung einzusetzen. Dies Verfahren, das heute weitgehend als selbstverständlich gilt, ist in Wirklichkeit durchaus ungewöhnlich, wie jeder Vergleich mit den früher üblichen Methoden erkennen läßt. Es ist auch bedenklich, wie sich nun herausstellt, weil die im Lastenausgleich vorgesehene anderweitige Verwendung der bisher aus Soforthilfemitteln in den Wohnungsbau fließenden Gelder sofort eine empfindliche Finanzierungslücke entstehen läßt. Auch ist das bisherige Verfahren deshalb abzulehnen, weil es zu überhöhter Steuerbelastung führt. Insbesondere läßt sich kaum verantworten, daß über die öffentlichen Wohnbaukredite zugleich noch versteckte Subventionen gegeben werden. Das ist deshalb der Fall, weil das „gute Geld“ der Steuerzahler, das die öffentliche Hand als billigen nachstelligen Hypothekenkredit gibt, dabei eine ganz empfindliche Wertschrumpfung erleidet, so daß praktisch ein Kapitalverzehr eintritt. Wenn diese Verluste in voller Höhe den Metern zugute kämen, wäre dagegen nicht viel einzuwenden. Aber die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß dies System zu überhöhten Baukosten geführt hat: insbesondere zu überhöhten Preisen für Baumaterialien und zu überhöhten Löhnen im Baugewerbe, in der Baustoffproduktion und in den Bauhilfsgewerben. Es wäre nun zu überlegen, ob echte Subventionen; in Form von Mietezuschüssen für Bedürftige, insbesondere also kinderreiche Familien und Vertrieben nicht die bessere Lösung darstellen würden. Danach wäre es wohl leichter möglich, die erforderlichen Schritte zu tun: also Revision der Mietpreise, auch im „sozialen Wohnungsbau“ (wo Zuschläge zu den „Richtsatzmieten“, je nach Art der Wohnungen gestaffelt, einzuführen wären, um das System beweglicher und voll funktionsfähig zu machen), und schließlich: Freigabe des Kapitalmarktes überhaupt, und speziell der Zinssätze. E. T.