Der Ausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses, der den Massenmord von Katyn untersucht, hat den ehemaligen stellvertretenden amerikanischen Ankläger bei den Nürnberger Prozessen, Robert Kempner, vernommen. Auf die Frage des Ausschußmitgliedes Alvin O’Konsky, ob in Nürnberg Anklage erhoben sei wegen des russischen Angriffskrieges gegen Finnland, des russischen Überfalls auf Litauen, Lettland und Estland, wegen Bruchs des Nichtangriffspaktes und wegen eines gemeinsamen Angriffs mit Hitler auf Polen, antwortete das Mitglied der ehrenwerten Frankfurter Anwaltskammer, Robert Kempner: „Zu dieser Zeit war warmer Friede und kein kalter Krieg.“ O’Konsky:

„Also man hat in Nürnberg nur Anklage erhoben gegen Deutschland?“ Kempner: „Ja ...“

Zynischer kann man wohl kaum über einen Gerichtshof urteilen, der für die Völker der Welt neues Recht setzen sollte, und an dem eben jener Robert Kempner, der heute Frankfurter Anwalt sein darf, an führender Stelle beteiligt war. Tgl