Wenn auf dem am vergangenen Wochenende in Betrieb genommenen Verkehrsflughafen Hannover-Langenhagen außer dem ersten Flugzeug, dem Berlins Oberbürgermeister Reuter entstieg, ein anderes den erwarteten Bundesverkehrsminister gebracht hätte, wäre dies Kapitel gewiß mit dem versöhnenden „Ende gut – alles gut“ überschrieben worden. Denn die Bemühungen um den Bau dieses zehnten deutschen Verkehrsflughafens drohten an der Rivalität zwischen Hannover und Braunschweig zu scheitern. Schließlich ließ sich aber der in Braunschweig beheimatete Minister Seebohm doch überzeugen, so daß es zur rechten Zeit zur Gründung der „Niedersächsischen Flughafen-Baugesellschaft“ kam, die mit einem Aufwand von 10 Mill. DM – aufzubringen zu je einem Drittel von der Stadt Hannover, dem Land Niedersachsen und dem Bund – die erste Baustufe besorgen will.

Pünktlich zum Messebeginn flogen zum ersten Male seit zwölf Jahren internationale Fluggesellschaften wieder Hannover an und verbinden die Stadt direkt mit Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Nürnberg, Brüssel, Amsterdam und London. Und dies, obwohl die erste Ausbaustufe noch gar nicht vollendet ist. Noch vermochte es der Bundesverkehrsminister nicht, seinen Kollegen Schäffer so zu überzeugen, daß die drei Bundes-Millionen auch angewiesen werden. Aber Prof. Reuter („auf diesen schönen Tag für Berlin haben wir lange gewartet“) hofft mit Berliner Optimismus, daß auch der Bundesfinanzminister aus der Wichtigkeit dieser kürzesten Verbindung zwischen Berlin und Westdeutschland seine „Konsequenzen ziehen“ werde. Aber die Bedeutung muß wohl doch nicht so groß sein, sonst hätte der Bundesverkehrsminister es nicht vorgezogen, in Passau eine gewiß unbedeutende Messe zu eröffnen, statt in Hannover eine versöhnende Geste zu machen. Schade, denn Ministerpräsident Hinrich Kopf hätte so gern auch mit seinem ehemaligen Minister-Kollegen ans Braunschweig angestoßen, um dazu beizutragen, daß die „feindlichen Völker“ seines Landes einander nicht allzusehr entfremdet werden. td.

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Die Handelskammer Hamburg hat ihrer im Juni vergangenen Jahres erschienenen 8. Auflage der „Konsulats- und Mustervorschriften“ jetzt den dritten Nachtrag folgen lassen (Verlag Carl H. Dieckmann, Hamburg 11, Großer Burstah 31).

Die Kundendienst-Zeitschrift „Der Reifenkunde“ wird von der Hamburger Reifen-Großhandelsfirma Herbert Holert herausgegeben.