In diesen Tagen lief auf der Neuanlage des Eschweiler Bergwerksvereins „Emil Mayrisch“ in Siersdorf, Kreis Jülich, die Kohlenförderung an. Die Grube, mit deren Aufschluß 1937 begonnen wurde, soll zunächst ein 35 qkm großes Grubenfeld mit einem Kohlenvorkommen von 350 Mill. t ausbeuten. Bis jetzt wurden unter Tage 50 Mill. RM/DM und über Tage 10 Mill. investiert. Weitere 90 Mill., davon 65 unter Tage, werden notwendig sein, bis mit einer nennenswerten Förderung gerechnet werden kann. Der mit der luxemburgischen Gesellschaft „Arbed“ eng verbundene EBV hofft, ausländisches Kapital für den weiteren Ausbau interessieren zu können.

Der EBV hat mit dieser Grube, die im Baukastenstil je nach Förderkapazität eine eigene Kohlenwäsche und Kokerei bekommen wird, seine Vorratshaltung an Fettkohle – bei einer Tagesförderung von 10 000 t als Ziel – auf Jahrzehnte gesichert. Die Erfahrungendieser Neuanlage zeigen, daß heute im Bergbau keine kurzfristigen Entwicklungen der Produktionskapazität möglich und außerdem diese Entwichlungen risikoreich und teuer sind. Die Heranschaffung und Ansiedlung von Arbeitsplätzen (heute 3150, später 8000) werden gegenüber den widerstrebenden Naturgewalten als wesentlich geringen Schwierigkeiten angesehen. „Emil Mayrisch“ wird als eine völlig elektrifizierte Grube eine der modernsten, in der Förderleistung eine der größten Gruben Europas werden. Im Aachener Steinkohlenrevier dürfte sie bereits Mitte 1958 mit 5000 Tagestonnen eine absolute Vorrangstellung einnehmen.

M.