Unter dem Druck der Triest-Konferenz

Die politische Vereinsamung, die man in Belgrad infolge des Konflikts mit Italien über Triest und infolge der kühlen Haltung der USA empfindet, scheint die Tito-Regierung zu einer versöhnlicheren Politik gegenüber Griechenland zu bewegen. In Belgrad spricht man jetzt von einer Annäherung, und die bisher indifferenten Beziehungen zwischen Titos Außenministerium und der Belgrader griechischen Gesandtschaft sollen nunmehr „herzlich“ geworden sein. Die Schwierigkeiten im Wirtschaftsverkehr zwischen den beiden Ländern dauern jedoch an.

Vor 125 Jahren

Am 1. Mai vor 125 Jahren ist zum erstenmal die Bremer Flagge an der Mündung der Weser gesetzt worden. Das Jahr 1827 ist das Gründungsjahr Bremerhavens, und jener 1. Mai brachte die Krönung eines Werkes, das der damalige Bremer Bürgermeister Johann Smidt nach zweijährigen Verhandlungen geschaffen hatte, nämlich einen Kaufvertrag mit Hannover, der Bremen das zum Bau eines Hafens notwendige Gelände an der Wesermündung übereignete.

Gentleman agreement

Seitdem die Konservativen als Oppositionspartei vor zwei Jahren im britischen Unterhaus einen Nervenkrieg entfachten, in dem sie durch zwanzig- bis dreißigstündige Debatten ihre Gegner festhielten, bis diese wegen völliger Übermüdung das Haus verlassen mußten, ist diese Methode zur Regel geworden. Die Labour-Opposition wendet sie jetzt mit der gleichen Hartnäckigkeit gegen die Konservative Regierungspartei an. Allenthalben sieht man in den Winkeln des Unterhauses konservative Abgeordnete auf Luftkissen die Sitzung durchdosen, um beim Klingelzeichen für Abstimmungen sofort bereit zu sein. Die Geringfügigkeit der Mehrheit von 16 Abgeordneten kann sonst leicht zu einer Abstimmungsniederlage führen, die unverzüglich den Rücktritt der Regierung zur Folge haben müßte. Die Konservativen können also keinem ihrer Abgeordneten gestatten, die Sitzung vor Schluß zu verlassen, es sei denn, er verabrede sich mit einem Abgeordneten der Opposition, gemeinsam nach Hause zu gehen.

Sturm im Kognakglas