Seit der Währungsreform hat sich die Wiedereingliederung der Bundesrepublik in Welthandel und Weltverkehr Schritt für Schritt vollzogen. An dieser Aufbauarbeit haben die Außenhandelsbanken – die fast alle wichtigen Kreditinstitute der Bundesrepublik umfassen – einen bedeutenden Anteil. Sie verdient um so mehr Beachtung, als die Positionen’ der deutschen Banken im Ausland in Form von Filialen und Tochterinstituten durch die Kriegsfolgen fast restlos verloren waren. Anknüpfend an altbewährte traditionelle Verbindungen und basierend auf dem Vertrauen, das die deutschen Banken in der Welt genießen, erfüllen sie nicht nur ihre banktechnischen Funktionen, sondern sind darüber hinaus anerkannte Einrichtungen der Außenhandelsförderung geworden.

Von der sorgfältigen Mitarbeit der Außenhandelsbanken bei der Ausführung und Überwachung der Einfuhrgeschäfte hängt der Erfolg des Einfuhrverfahrens mit ab. Bei der Einfuhr sind die Außenhandelsbanken – soweit es das Bankenverfahren betrifft – kompetent für die verantwortliche Prüfung und Weiterleitung der eingereichten Anträge nebst Unterlagen; ebenfalls sind sie maßgeblich im Bundesstellenverfahren eingeschaltet. – Auf dem Gebiet der Ausfuhr ist die früher vorhandene allgemeine Prüfungs- und Genehmigungspflicht der Ausfuhrerklärungen seit Oktober v. J. den Zollstellen übertragen worden; dagegen sind die mit der finanziellen Abwicklung von Aus- und Einfuhrgeschäften verbundenen Aufgaben sowie die Mitwirkung an der Durchführung der Ausfuhrerlöskontrolle bei den Außenhandelsbanken verblieben.

Auf dem Gebiet der Außenhandelsfinanzierung tritt die Bedeutung der Außenhandelsbanken besonders in Erscheinung. Neben der Bank deutscher Länder sind nur sie berechtigt, Konten bei ausländischen Banken zu führen. und über diese Konten den Zahlungsverkehr für die Kunden zu leiten. Für die Finanzierung von kurzfristigen Außenhandelsgeschäften stehen die Außenhandelsbanken mit Kassa- oder Akzeptkrediten zur Verfügung, während sie an der Finanzierung langfristiger Exportgeschäfte durch eine Gemeinschaftsgründung – die Ausfuhr-Kredit A. G. – beteiligt sind. Zur Erleichterung und Verbilligung der Finanzierung kurzfristiger Exporte – verbunden mit gleichzeitiger Kurssicherung – sind die Außenhandelsbanken berechtigt, Exporttratten anzukaufen, die, von deutschen Exporteuren ausgestellt, auf deren ausländische Abnehmer im Ausland gezogen sind und je nach Land auf US-$, Landeswährung oder DM lauten.

Auch das Gebiet der im Ausfuhrgeschäft erforderlichen Bürgschaften und Garantiestellungen gehört zu den Aufgaben der Außenhandelsbanken, die diese Funktion erfüllen können, soweit sich ihnen ausländische Kreditinstitute hierfür zur Verfügung stellen. In der Zurückhaltung mancher ausländischer Banken hinsichtlich solcher Engagements mit Deutschland besteht noch eine derjenigen Schwierigkeiten im Auslandsgeschäft, die nur durch zunehmendes Vertrauen in eine Stabilisierung der internationalen Zusammenarbeit überwunden werden können. Mit verschiedenen Ländern dürfen Geschäftsabschlüsse in DM getätigt werden, wodurch ein Kursrisiko vermieden wird. Soweit diese Voraussetzung nicht gegeben ist, können die Außenhandelsbanken mit den im Bundesgebiet ansässigen Im- und Exporteuren Devisentermingeschäfte für die Zeitspanne zwischen dem Vertragsabschluß und dem vereinharten Zahlungstermin abschließen,

An der Durchführung von Gegenseitigkeitsgeschäften sind die Außenhandelsbanken ebenfalls maßgeblich beteiligt; allerdings kommt dieser Art Kompensationsgeschäften nur noch geringe Bedeutung zu, weil die deutschen behördlichen Stellen hierfür mit Rücksicht auf die mit vielen Ländern geschlossenen Handels- und Zahlungsabkommen, und um das Aufkommen an freien Dollars nicht zu schmälern, kaum noch Genehmigungen erteilen. Das kürzlich veröffentlichte Einfuhranrechtsverfahren, auf Grund dessen dem Exporteur auf Eingänge in freien Dollar und freien Schweizer Franken von den Außenhandelsbanken 40 v. H. des Devisenerlöses in Form von Einfuhranrechten gutgeschrieben werden, wurde geschaffen, um die Switchgeschäfte, über benachbarte Länder und die Gegenseitigkeitsgeschäfte auszuschalten und damit die Dollarlücke schließen zu helfen. Dagegen wird das Rohstoff-Kreditgeschäft zur Behebung der Rohstoffknappheit gefördert. Bei diesen Geschäften liegt das Schwergewicht hinsichtlich der Finanzierung auf der ausländischen Seite, und zwar in Form von Lieferanten- oder Banckrediten. Wenn diese Rohstoffkreditgeschäfte bisher noch nicht sehr umfangreich sind, so hauptsächlich deswegen, weil der deutschen Wirtschaft der Auslandskredit noch größtenteils versagt wird. – Die für die Abwicklung des Außenhandels notwendigen Überweisungen ins Ausland werden durch die Außenhandelsbanken erledigt, die ebenfalls zur Führung von Agentenkonten für ausländische Reedereien und DM-Vertreterkonten ausländischer Vertreter berechtigt sind,

Soweit die Außenhandelsbanken traditionelle Beziehungen zu Bankinstituten des Auslandes unterhalten und sich ihr Geschäftsbereich von jeher maßgeblich auf spezielle Ländergebiete erstreckte, verfügen sie naturgemäß über einen reichen Schatz an Erfahrungen und Kenntnissen, den sie in den Dienst ihrer Kundschaft stellen. Auf Grund der umfassenden Sachkenntnis aller Bestimmungen, die den Handelsverkehr mit dem Ausland regeln, sind diese Institute zum Beratungs- und Auskunftsorgan für alle am internationalen Geschäft interessierten Wirtschaftskreise geworden.