Der Außenhandel, der heute von Lizenzen und Kontingenten beherrscht wird, bietet immer wieder Beispiele für die Zweischneidigkeit eines staatlich gelenkten Handels. So haben jetzt, wie der französische Vertreter einer bedeutenden west--deutschen Kamerafabrik auf einer Tagung der Auslandsvertreter dieses Unternehmens mitteilte, die französischen Händler von ihren Regierungen die Freigabe der Einfuhr teurer deutscher Kameras verlangt (die Franzosen kaufen entweder ganz billige oder gute teure Kameras), da die Gefahr bestehe, daß sich die Kunden die gewünschten deutschen Fotoapparate in der Schweiz, in Beigien oder in Holland kaufen würden. Dadurch gingen den Händlern gute Kunden, dem Staat aber erhebliche Steuereinnahmen verloren. In Holland ist die Einfuhr deutscher Kameras seit Einführung der Luxussteuer von 52 v. H. im September vorigen Jahres um die Hälfte zurückgegangen, da sich durch diese Steuer und die hohen Einfuhrspesen der Preis um rund 100 v. H. verteuert. Dementsprechend ist der Schmuggel gestiegen und verursacht dem Staat erhebliche finanzielle Einbußen. Auch in Österreich breitet sich der Schmuggel stärker aus, seitdem die österreichische Regierung am 1. Januar im Außenhandel Koppelungsgeschäfte vorgeschrieben hat, wodurch die Einfuhr sehr erschwert wurde. Denn die Nachfrage nach deutschen Kameras hat in allen diesen Ländern trotz den zum Teil erheblich gestiegenen Lebenshaltungskosten eher zuals abgenommen. Wenn man noch hinzufügt, daß der westdeutsche Anteil an der Kameraeinfuhr Finnlands von 13,5 v. H. im Jahre 1950 auf 38,5 v. H. in 1951 gestiegen ist, und Westdeutschland damit an erster Stelle vor England und Frankreich steht, so kann man sich aufrichtig über das hohe Ansehen freuen, das deutsche Erzeugnisse heute wieder im Ausland genießen. Anderseits zeigte aber dieser Bericht wieder einmal mit aller Deutlichkeit, wie weit wir noch von dem angestrebten Ziel, dem freien Warenaustausch innerhalb Europas, entfernt sind. C. B.