Deutschlandlied wieder Nationalhymne

Der Bundespräsident ist der Bitte der Bundesregierung, das Deutschlandlied wieder zur Nationalhymne zu erklären, nachgekommen. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat vorgeschlagen, bei staatlichen Veranstaltungen nur die dritte Strophe des Liedes zu singen. Ob dieser Vorschlag respektiert werden wird, ist gewiß zweifelhaft. Vermutlich wird sich, wie es kürzlich bei der Vertriebenenkundgebung in Bonn und bei anderen Anlässen geschah, allgemein die Gepflogenheit durchsetzen, die erste und dritte Strophe des Liedes zu singen. Man wird sich in Deutschland und im Ausland damit abfinden. Der Bundespräsident erklärte dem Bundeskanzler in einem Schreiben, er habe bei seinen Bemühungen um eine neue deutsche Nationalhymne doch den „Traditionalismus und sein Beharrungsbedürfnis unterschätzt“. Er erfülle deshalb die Bitte der Bundesregierung nach Wiedereinführung des Deutschlandliedes, verzichte jedoch auf eine feierliche Proklamation, da er kein Freund von pathetischen Dramatisierungen sei. Die vollzogene Lösung entspricht wohl den Wünschen der Mehrheit der Bevölkerung. Der Staat konnte nicht länger auf diese Nationalhymne verzichten, wollte er nicht das Lied zum Gegenstand innenpolitischer Ressentiments und des Mißbrauchs rechtsradikaler Elemente machen.

Industrie-Kundgebung in Hamburg

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat in Hamburg seine Jahresversammlung abgehalten. Bei einer Kundgebung im Hamburger Rathaus ergriffen Bundespräsident Theodor Heuss, Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, Hamburgs Bürgermeister Brauer, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Fritz Berg, und der Hamburger Vorsitzende des Bundesverbandes, Direktor Falkenheim, das Wort! In seinem Jahresbericht 1951/52 erklärte der BDI, daß es notwendig sei, alle Ansatzpunkte eines „kapitalfeindlichen Steuersystems“ zu beseitigen. Man müsse die Eigenfinanzierung und die Fremdfinanzierung steuerlich so begünstigen, daß das Ziel der Investitionshilfe, das Sozialprodukt zu mehren, erreicht werde.

Wahlsonntag

Bei Bundestagsnachwahlen im schleswig-holsteinischen Wahlkreis Segeberg-Neumünster und im hessischen Wahlkreis Friedberg sind die Mandate bei den Parteien der früheren Inhaber geblieben. In Friedberg gewannen die Sozialdemokraten und in Segeberg die CDU. In beiden Wahlkreisen erlangte die SRP annähernd zehn vom Hundert der Stimmen. In den hessischen Kommunalwahlen blieben die Sozialdemokraten die stärkste Partei.

Bulletin contra Kather