Die Metallgesellschaft AG., Frankfurt/Main, legt ihrer HV am 15. Mai die außergewöhnlich liquide Bilanz auf den 30. September 1951 vor. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Reingewinn von 2,9 Mill. DM ab, der sich um den Vortrag aus 1949/50 auf 3,34 Mill. DM erhöht. Daraus soll eine Dividende von 5 v. H. auf das AK von 56 Mill. DM verteilt werden. Der Rest von 0,54 Mill. DM wird auf neue Rechnung vorgetragen. Der Metallverbrauch in der Bundesrepublik hat im Jahr 1951 gegenüber dem Vorjahr zugenommen? seit Mitte des Jahres hat die Nachfrage nach Metallen jedoch nachgelassen. In der Bilanz erscheinen kurzfristige Forderungen mit 42,4 Mill. DM, Wechsel mit 28,8, Schuldner mit 52,68 und Beteiligungen mit 65,6 Mill. sowie Grundstücke mit 13 und Waren mit 86 Mill. DM. Dem stehen Verbindlichkeiten von 105, Anleihen von 13, Rücklagen von 25,7 und Rückstellungen von 101 Mill. DM gegenüber. – Zum gleichen Termin legt ein Tochterunternehmen der Metallgesellschaft, die Vereinigte Deutsche Metallwerke AG., Frankfurt/Main, ihre Bilanz vor. Aus einem Gewinn von 3,3 Mill. DM werden 5 v. H. auf das AK von 56 Mill. DMark verteilt; der Rest wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Neue Deutsche Schiffspfandbriefbank AG., Bremen. Der Bestand an Schiffshypotheken konnte gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt werden. Der Absatz von Schiffspfandbriefen an private Käufer ist aber trotz aller Anstrengungen ungenügend geblieben. Neu abgeschlossen wurden im Geschäftsjahr 1951 55 Binnenschiffsdarlehen für 2,26 Mill. und 51 Seeschiffsdarlehen im Betrage von 19,03 Mill. DM. Am 31. Dezember 1951 hatte die Bank 248 Binnen- und 114 Seeschiffsdarlehen zu verwalten. An Zinsen von Schiffshypotheken wurden 1,49 (1950: 0,87) und an Darlehnsprovisionen und anderen einmaligen Einnahmen aus dem Darlehnsgeschäft 0,34 (0,27) Mill. D-Mark erzielt. Aus dem Reingewinn von 106 560 DM, der sich um den Vortrag auf 111 273 DM erhöht, werden 6 v. H. Dividende ausgeschüttet.

Die Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Hansa“, Bremen, in der Tonnage gegenwärtig die größte Reederei im Bundesgebiet, konnte im Geschäftsjahr 1951 die Linienfahrt weiter ausbauen. Der vorhandene Flottenbestand ermöglichte regelmäßige monatliche Abfahrten nach West-Pakistan und dem Persischen Golf. Die Betriebsergebnisse auf dieser Route waren zufriedenstellend; ebenso entwickelte sich der Spanien-Portugal-Dienst befriedigend. Insgesamt verfügt die DDG. „Hansa“ über acht Seeschiffe mit zusammen 72 512 tdw, über sieben Omgus-Schiffe und 65 Flußschiffe. Zwei Schwergutschiffe (je 10 000 tdw) befinden sich im Bau. Die Verhandlungen über die Bestellung weiterer MS. stehen vor dem Abschluß. Außerdem wurden für den Spanien-Portugal-Dienst zwei MS. (je 1250 tdw) in Auftrag gegeben. 1951 erzielte die DDG. „Hansa“ ein Schiffahrts-Betriebsergebnis von 6,26 (1950: 1,42) Mill. DM. Nach 9,44 Mill. DM Abschreibungen schließt das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 3,603 Mill. DM, der sich um den Verlustvortrag (20 066 DM) erhöht. Der HV wird vorgeschlagen, den Gesamtverlust auf neue Rechnung vorzutragen. Das Geschäftsjahr 1952 hat sich bisher befriedigend entwickelt.

Zwischenlösung bei Buderus. Die Combined Steel Group und die Stahltreuhändervereinigung haben den Buderus’schen Eisenwerken nunmehr die in der letzten HV. angekündigte Genehmigung erteilt, die Gründung der Hessischen Berg- und Hüttenwerke AG. mit dem Sitz in Wetzlar vorzunehmen. Die Hessische Landesregierung hat der Gründung zugestimmt. Die Gesellschaft wird am 20. Mai mit einem Anfangskapital von 100 000 DM gegründet, das später auf 10 Mill. DM erhöht werden wird. Die in der „Treuhandverwaltung der Buderus’schen Erzgruben, Hochofen- und Elektrizitätsbetriebe in Gemeineigentum“ zusammengefaßten Aktiven und Passiven, über die getrennte Rechnungslegung erfolgte, werden mit Wirkung vom 1. Januar 1952 auf die neue Gesellschaft übertragen, wodurch die „Treuhandverwaltung“ eine eigene Rechtspersönlichkeit wird. Dies setzt sie vor allem in den Stand, Investitionskredite aufzunehmen. Nach vollzogener Gründung sollen die Buderus’schen Eisenwerke, also der Gießereiabschnitt mit seinen 10 000 Beschädigten, zum 1. Juni aus der Kontrolle nach Gesetz 27 entlassen werden; auch die neu gegründete Gesellschaft wird umgehend entlassen. Diese Lösung soll nicht den Entscheidungen des Hessischen Staatsgerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts in der Frage der Hessischen Sozialisierung vorgreifen. Deshalb wurde mit dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft vereinbart, die Aktien der Hessischen Berg- und Hüttenwerke A.G. treuhänderisch bei der Nassauischen Landesbank zu hinterlegen, bis der endgültige Eigentümer feststeht. In den AR. treten ein: Staatssekr. a. D. Min.-Dir. Dr. Laufer (Hessisches Finanzmin.), Min.-Dir. Dr. Reuß (Hessisches Wirtschafts-Min.), Dir. Breithaupt (Nassauische Landesbank), Dir. Grabowski und RA. Dr. Hauf (Buderus’sche Eisenwerke). Tür den Vorstand sind der bisherige Treuhänder Dr. Witte, Diplomkaufmann Münighoff und Gottfried Wagner (sämtlich We~~ dar) vorgesehen.

Die neue Casella Farbwerke Malaien AG., die am 6. Mai gegründet wurde, hat sich in den Nachkriegsjahren neben den Teerfarbstoffen mit besonderer Intensität der Entwicklung von Kunstfaserstoffen zugewandt. 1951 hat Casella den Vorkriegsstand der Produktion wieder erreicht, etwa die Hälfte des Umsatzes geht in die Ausfuhr.

Zweihundert Jahre Sauer-Jagdwaffen. Am 11. Mal beging Deutschlands bekannteste Jagdwaffenfabrik J. P. Sauer & Sohn AG. ihr einjähriges Bestehen in der Bundesrepublik; gleichzeitig konnte die zweihundertjährige Existenz des Namens J. P. Sauer & Sohn gefeiert werden. 1751 in Suhl errichtet, hat das Unternehmen in zwei Jahrhunderten seinen Namen im In- und auch im Ausland zum Begriff hochwertiger Jagdwaffen gemacht. Nach der sowjetischen Besetzung Thüringens wurde dann die Firma gelöscht und in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt, der für die sowjetische Rüstungsindustrie arbeitet. Durch die Initiative der Angehörigen der Familie Sauer, verbunden mit dem Unternehmergeist Hamburger Kaufleute, konnte 1951 das neue Werk als J. P. Sauer & Sohn AG. aus den Trümmern der ehemaligen Torpedo-Versuchsanstalt Eckernförde aufgebaut werden. Die Gesellschaft verfügt über ein Grundkapital von 1 Mill. DM. Hauptaktionär ist der Hamburger Reeder Heinz Schliewen. Neben Mitgliedern der Familie Sauer ist Dr. Fritz Bohmmüller weiterer Gesellschafter und alleiniger Vorstand. Bereits heute beschäftigt das Werk 500 Arbeiter und Angestellte. Über 250 modernste Werkzeugmaschinen stehen zur Verfügung. Sie gewährleisten einen monatlichen Ausstoß bis zu 2000 Jagdwaffen der verschiedensten Muster. Noch in diesem Jahr wird der Inlandmarkt voll beliefert werden, – können. Ein großer Teil der Produktion aber fließt dem Export nach allen Ländern der Welt zu.

Palmolive 25 Jahre im Dienst der Körperpflege. Vor 25 Jahren übernahm die Seifenfabrik Binder & Ketels, Hamburg, die Fabrikation der weltbekannten Palmolive-Seife für die Firma Palmolive GmbH., Berlin, die einige Jahre später nach Hamburg übersiedelte und seitdem Palmolive-Binder & Ketels G.m.b.H. firmiert. Unablässig ist das Unternehmen unter der bewährten Leitung ihres Mitgesellschafters Senator a. D. M. O. Ketels und seines Mitarbeiterstabes darauf bedacht, mit ihren Produkten der Körperpflege zu dienen. Durch Kriegseinwirkungen wurden die Fabrikanlagen fast vollständig zerstört und konnten erst 1949 wiederaufgebaut werden. Jetzt ist der Wiederaufbau der mit den modernsten Einrichtungen versehenen Fabrik nahezu vollendet. –