In Oldenburg erscheint seit kurzem eine Jugendzeitschrift „Die Fanfare“. Sie zählt zu ihren geistigen Vätern Otto Ernst Remer, den blutarmen General mit dem Ehrenkomplex, ferner Herms Niel, den alten Schwerenöter der NS-Marschmusik, und dann den Großmut von Jerusalem... Die Zeitschrift will trotzdem nicht „ins alte Horn blasen“ und bezeugt dies durch Enthüllungen über die „Kriegsschuldlüge“ und durch saloppe Vokabeln wie „Sozis“ und „Kommune“ (der Jargon „Nazi“ fehlt ganz), sowie durch die Meinung, daß man die Frage Europa „während des letzten Krieges längst gelöst hätte“.

Heute schießen aus dem Nichts neue Jugendzeitschriften empor. Sie heißen hochtrabend: Fanfare, Widerhall, Sturmaar und ähnlich. Daneben gibt es „Führerbriefe“ und „Richtworte“ für die „Reichsjugend“, die „Hedler-Jugend“, den „Jugendbund Horst“ und den „Thule-Orden“. Sie werden gelesen. „Jung sein heißt handeln in Blut und Brand, das Leben wandeln mit starker Hand“, so steht es im „Sturmaar“. Das sind Parolen, die – so lächerlich sie uns klingen – manche Jungen und Mädchen mit mystischverschwommenen Vorstellungen von idealistischen Prinzipien umgeben. – Konsequenz: Es ist an der Zeit, daß die großen bürgerlichen Parteien Mittel und Wege finden, diese Jugend für sich zu interessieren. D. B.