Ein in Mann „in den besten Jahren“, von kräftiger, holsteinischer Statur, dessen Gesicht die Züge des Humors, der Güte und der Nachdenklichkeit tragen, äußerlich kein Gelehrtentyp, wie man es vielleicht von einem Mann erwartet, der ein Denker, Philosoph und Forscher ist. Hans Domizlaff ist Mitbegründer der Massenpsychologie. Seine Erkenntnisse und Entdeckungen gehören zu den Fundamenten der Psychologie als Geisteswissenschaft. Was C. G. Jung für die medizinische Praxis, hat Hans Domizlaff für die Nutzanwendung psychologischer Wirksamkeiten in Politik und Wirtschaft getan. Er ist also nicht „nur“ Erkenntnistheoretiker, sondern ebensosehr kaufmännischer, und staatspolitischer Praktiker. Und was dem Wissenschaftler meist erst spät zuteil wird – Anerkennung und Erfolg –, hat den „Praktiker“ Domizlaff schon frühzeitig zum Berater größter Unternehmen (Siemens, Reemtsma, Deutsche Grammophon usw.) werden lassen. Seine grundlegenden Werke füllen eine Bibliothek, Als neuestes Thema beschäftigt er sich mit dem Einfluß psychologischer Mittel auf die Produktivität.

Seine Leistung besteht darin, daß er zwei verschiedene Arbeitsvorgänge, die geistige Forschung und die praktische Verwirklichung ihrer Ergebnisse, vereint. Er hat u. a. dem Gebiet der Reklame einen neuen Sinn, nämlich als Werbung um öffentliches Vertrauen, gegeben. Ferner ist er Begründer der „Markentechnik“, die die Massenproduktion von der Absatzseite her erst ermöglicht, und Mitbegründer der Werbepsychologie überhaupt. Dabei ist es nicht seine Schuld, daß wir heute diese Ideen im Umwege als Public Relations und Industrial Design sowie als „Geheimnis des wirtschaftlichen Erfolgs der USA“ von dort zurückerhalten ... G