DIE ZEIT

Der Fall Ernst

Das Appellationsgericht in Nancy hat dieser Tage ein am 19. Dezember vergangenen Jahres gefälltes Urteil bestätigt, wonach Dr.

Das alte Horn

In Oldenburg erscheint seit kurzem eine Jugendzeitschrift „Die Fanfare“. Sie zählt zu ihren geistigen Vätern Otto Ernst Remer, den blutarmen General mit dem Ehrenkomplex, ferner Herms Niel, den alten Schwerenöter der NS-Marschmusik, und dann den Großmut von Jerusalem.

Was uns der Fechteler-Skandal angeht

Ob nun der Geheimbericht des Oberbefehlshabers der amerikanischen Marine, Admiral Fechteier, den die gewichtigste französische Zeitung, Le Monde, veröffentlicht hat, echt ist oder nicht –: das Echo, das diese Veröffentlichung in der Welt gefunden hat, beweist zunächst einmal, daß der Bericht sehr ernst genommen wird.

Der Kreml lockt nicht nur – er droht

Wo stehen wir heute? In welcher Richtung kann sich die deutsche Politik entwickeln? Der Vertrag über die Europa-Armee ist in Paris paraphiert worden.

Kein neuer Stern ist aufgegangen

Bei den V. internationalen Filmfestspielen in Cannes wurde der Große Preis des Festivals zu gleichen Teilen an den italienischen Film „Zwei Groschen Hoffnung“ (Regie Renato Castellani) und den marokkanischen Streifen „Othello“ (Regie und Hauptrolle Orson Welles) verteilt.

Wie ist das wohl zu deuten?

Sinn ihrer selbst: „...immer nur diese Interpunktionszeichen und nichts dahinter ... Das Ganze einschließlich Geist und Stil und Sitte – was ist denn das?“ Diesmal scheint der Große Vater nicht mehr unbeteiligt oder gar schläfrig; er wird immer ärgerlicher – bis er auf dem Höhepunkt des Dialogs schreiend ausbricht: „Was soll denn sein? Im Dunkel leben, im Dunkel tun, was wir können – das soll sein.

Partei-oder Autoritätsstaat

Als Theodor Eschenburg, seines Zeichens ein hoher Ministerialbeamter in der Regierung von Württemberg-Hohenzollern, vor bald zwei Jahren auf einer Versammlung des Ulrich-Steiner-Kreises in Bad Cannstatt den Ausspruch tat, niemals in der deutschen Geschichte sei die Qualität von Staatsdienern und Parlamentariern geringer gewesen als heute, gab es ein großes Geschrei.

Die vorgefühlten Katastrophen

Es ist sehr still geworden um den Dichter August Strindberg in den letzten zwanzig Jahren, und diese Stille ist mehr als ein bloßer natürlicher Rückschlag nach der mächtigen Konjunkturwelle, die den großen Schweden lange Zeit – und nicht am wenigsten in Deutschland – zu einer ausgesprochenen Modeerscheinung erhoben (oder erniedrigt) hatte.

Wagner auf dem Podium

Als ich noch jung und musikalisch unschuldig war, lieh mir mein Musiklehrer (Mitglied des Berliner Philharmonischen Orchesters) des öfteren seine Familien-Dauerkarte für die Philharmonie.

Der Kampf um die Kasematte

Ernst stand jetzt unter der gelben, verblichenen Toreinfahrt und winkte. Bastian sah ihn vom Fenster aus. Er hatte ihn schon die Straße heraufkommen sehen.

Wandlung eines Schauspielers

Gustaf Gründgens hat als Schauspieler den Ruf, ein komödiantischer Virtuose zu sein. Der Intendant Gründgens ist von dieser Abstempelung nicht sehr beglückt.

Zeichen des Grünen Gottes

Kaum beachtet erschien 1935 die erste Folge von Gedichten des damals schon mehr als fünfzigjährigen Wilhelm Lehmann, „Antwort des Schweigens“’ (jetzt in einer Neuauflage wieder zugänglich).

Maler sahen die Welt der Technik

Die Kunstausstellung „Eisen und Stahl“, veranstaltet von der Eisen- und Stahlindustrie gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf, enthält 545 Gemälde und Plastiken der Gegenwart, 330 historische Beispiele von Kunstwerken, die aus Eisen und Stahl verfertigt sind oder die Produktion von Eisen und Stahl zum Thema haben.

Dreifach belastet

Wer wissen will, wie das Ausland die Möglichkeiten eines Lastenausgleichs bei uns grundsätzlich beurteilt, sollte nicht zu dem (überholten) Sonne-Bericht greifen, sondern zu dem zeitlich näherliegenden und auch insoweit realistischeren Musgrave-Hansen-Report.

Reparationsagentur schließt die Bücher

Das Problem der deutschen Reparationsleistungen ist im Zusammenhang mit der zur Zeit unterbrochenen Schuldenkonferenz in London wiederum aktuell geworden, wobei der Transfer die größten Schwierigkeiten bereiten dürfte.

Warenzeichen in fremder Hand

Die Markenartikel können ihre volkswirtschaftlich wichtige preisstabilisierende und qualitätsgarantierende Funktionen nur erfüllen, wenn ihr rechtlicher Schutz gegen unbefugten Gebrauch, gegen Nachahmungen und verwechslungsfähige Bezeichnungen gewährleistet ist.

Torschlußpanik in Brasilien

In jüngster Zeit hört man aus allen Teilen Brasiliens von neuen Liquidationsmaßnahmen, gegen das deutsche Eigentum, obgleich namhafte Persönlichkeiten in aller Öffentlichkeit die Maßnahmen ihrer Regierung gegen das deutsche Privateigentum als rechtswidrig bezeichneten und auf eine Gefährdung der deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen als notwendige Folge dieses Vorgehens hingewiesen haben.

Ausfuhr-Erfolge

Der Fachverband Werkzeugindustrie kann über sehr erfreuliche Exporterfolge seiner Mitgliedsfirmen berichten: hatte die Ausfuhr 1950 einen Wert von 142 Mill.

Neue Produktion

Ihre Buna-Produktion verminderten die Chemische Werke Hüls von 500 auf 300 t monatlich, da durch den Preissturz für Naturkautschuk das kg Buna gegenwärtig 4,60 DM kostet gegenüber 3 DM für Naturkautschuk.

Fremdenverkehr als europäische Aufgabe

Vom 14. bis 16. Mai treffen sich anläßlich des 3. Deutschen Fremdenverkehrs-Tages’ 1000 Fachleute aus dem In- und Auslande in Hamburg, um Fragen des Fremdenverkehrs zu erörtern und gleichzeitig für den Fremdenverkehr zu werben.

Welthandelszentrum San Franzisko

Rund 75 bis 100 Mill. $ wolle sich Kalifornien die Schaffung eines „World Trade Center“ in San Franzisko innerhalb der nächsten beiden Jahre zur Erleichterung und Förderung des Außen- und Binnenhandels kosten lassen, sagte unlängst Mr.

Porzellan-Export in kräftigem Anstieg

Repräsentativer Mittelpunkt der diesjährigen Mustermesse von Hannover war die Schau der deutschen Porzellanindustrie, In der die Rosenthal-Porzellan-Ausstellung einen glanzvollen Abschnitt darstellte.

Wenn man am Schalter dreht...

Die neuere Geschichte der Elektrizitätswirtschaft Westdeutschlands ist, soweit es dabei um die Wirtschaftspolitik geht, eine Geschichte der Unterlassungen.

Planung für die deutsche Luftfahrt

Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme eines eigenen deutschen Luftverkehrs ist jetzt ungefähr abzusehen. Die offizielle Freigabe seitens der Westmächte wird zwar schon in den nächsten Monaten, der erste Einsatz deutscher Verkehrsflugzeuge jedoch nicht vor Anfang 1953 erfolgen.

Mit dem Verbraucher reden...

Der Bundeswirtschaftsminister ist populär. Die Karikaturen von dem dicken Mann mit Zigarre (aber auch mit Optimismus und Erfolgen) beweisen es, ebenso die Stammtischgespräche der Männer und die Kaffeekränzchen der Frauen – hier, sobald das Gespräch sich um das Wirtschaftsgeld dreht.

Jungkaufleute als Auslandsgäste

Die Gefahr einer blinden Mechanisierung und eines materialistischen Kollektivismus hat nach Kriegsende in fast allen europäischen Ländern aktive Kräfte aus jungen Unternehmerkreisen zur Abwehr vereint.

Tarifdiskussion in Triest

Auf der Tagung des Seehafenzweckverbandes in Triest wurde von der Verwaltung der Triester Eisenbahnen ein bemerkenswerter Vorschlag unterbreitet: Italien, Jugoslawien, Triest, Westdeutschland, Belgien und Holland mögen auf ihre Tarifhoheit bei Durchfuhren österreichischer Export- oder Importware zu den südlichen und nördlichen Seehäfen verzichten und die Bahnfrachten sollen ab österreichischer Station bis Hafen nach den neuen österreichischen Gütertarifen befördert werden.

Chancen auf den Märkten Belgiens

Während in Westdeutschland das Gespräch über die sich als immer notwendiger abzeichnende Koordinierung der Mustermessen noch zu keinem endgültigen Ergebnis geführt hat, ist das kleine, aber äußerst tatkräftige Belgien über diese Frage längst zur Tagesordnung übergegangen: die Brüsseler Messe und die Messe Lüttich – dort Verbrauchsgüter, hier technischer Bedarf – findet Jahr für Jahr zur gleichen Zeit statt und geben in- und ausländischen Besuchern ohne Schwierigkeiten die Möglichkeit, ein umfassendes internationales Warenangebot zur Kenntnis zu nehmen.

Schweiz beschließt „Einfuhrschleuse“

Nun ist das im Oktober des Vorjahres beschlossene „Gesetz zur Förderung der Landwirtschaft“ durch eine Volksabstimmung, die nach lebhaftesten Propagandakämpfen vor sich ging, approbiert worden.

Überseetag 1952

Immer mehr wird der Hamburger Obersee-Tag zu einem Ereignis, dessen Bedeutung weit über Deutschlands Grenzen hinaus beachtet wird.

Weiß-blaue Extratour

Die Begebung der 8prozentigen mündelsicheren Schatzanweisungen von 1952 des Freistaates Bayern über die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank zum Kurs von 98 v.

Preisausschreiben für „unter Tage“

Noch läuft im Ausstellungsgelände der Landeshauptstadt Düsseldorf die prachtvolle Kunstausstellung „Eisen und Stahl“, noch stehen weite Kreise unter dem starken Eindruck einer schon bald 400 000 DM betragenden finanziellen Beteiligung der Industrie zugunsten der lebenden Künstler, da verkündet der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie, Dir.

Hans Domizlaff 60 Jahre

Ein in Mann „in den besten Jahren“, von kräftiger, holsteinischer Statur, dessen Gesicht die Züge des Humors, der Güte und der Nachdenklichkeit tragen, äußerlich kein Gelehrtentyp, wie man es vielleicht von einem Mann erwartet, der ein Denker, Philosoph und Forscher ist.

Auskünfte in Sachen Rationalisierung

Fragen beweisen nicht Unkenntnis, sondern Streben nach Fortschritt“, predigt das Rationalisierungs-Kuratorium der Deutschen Wirtschaft (RKW) allen denen, die noch Hemmungen haben, sich des Technologischen Informationsdienstes des RKW zu bedienen.

Die Tarif-Panne

Nach dem Wortlaut des § 12 (Abs. 1, Ziff. 8) im Bundesbaugesetz hat der Verwaltungsrat der DB über die „für die Finanzlage der Deutschen Bundesbahn wesentlichen Eisenbahn- und sonstigen Verkehrstarife“ zu beschließen.

Tramp-Raten leicht erholt

Die internationale Trampschiffahrt hat nach einem scharfen Rückgang der Frachtraten in der ersten Hälfte 1950 und einer nach Ausbruch des Koreakrieges einsetzenden Besserung der Geschäftslage ab Oktober 1950 eine Hochkonjunktur erster Ordnung erlebt.

Marktfreiheit auch für Holz

Mit dem Beschluß, die Preisbeschränkungen und das Versteigerungsverbot für die Holz-Massensortimente aufzuheben, hat die Bundesregierung einen neuen Schritt zur Wiederherstellung der Marktwirtschaft getan.

Börse gibt den Renten neue Chancen

Zwei Momente haben in der vergangenen Woche die Entwicklung an den deutschen Börsen entscheidend beeinflußt: Die Auflegung der achtprozentigen bayerischen Schatzanweisungen und die Debatte im Bundestag, in der es um die Heranziehung des Aktienbesitzes zum Lastenausgleich ging.

EKA VON MERVELDT:: Der Erdball stöhnt nicht nur – er lacht auch

Nachdem ein Franzose – Jean Neuvcelle – den Humor der Italiener geschildert hat („Die Zeit“ vom 8. Mai), hier der Bericht einer Deutschen – Eka Merveldt – über den spanischen Witz, soweit er sich in Pointen, Anekdoten, in Zeichnungen und – in politischen Glossen über das System Francos auszudrücken vermag.

Lappländer mit Zubehör

In Hannover wird, wie vorher in Berlin, eine „Gruppe von Lappländern mit Zubehör“ (so lautete eine Ankündigung) gezeigt. Auch erblickte man schon ein Photo, auf dem zu sehen war, wie Lappen – sonst längst ein reichlich zivilisiertes Volk – über den Anblick eines – Autos staunten.

Achtung! Minifon hört mit!

Vor zwei Jahren bestaunten wir ein amerikanisches Diktafon, das so groß war wie ein mittlerer Radioapparat und völlig geräuschlos Diktate und – Gespräche aufnahm, die es dann in jeder gewünschten Lautstärke wiedergab.

Künstlerische Touristenwerbung

Das italienische Reisebüro „Enit“ bringt unter dem Titel „Leben in Italien“ eine illustrierte Zeitschrift heraus, die künstlerisch zu dem Vollkommensten gehört, was heute auf diesem Gebiete vorhanden ist.

Die Analyse der Madame Prélot

Der Wunsch nach einer entscheidenden Reform des Ehe- und Familienrechts zusammen mit der deutschen Gründlichkeit macht die Interpretation des Begriffes der Gleichberechtigung von Mann und Frau zu einer delikaten Affäre“, schreibt die Französin Anne-Elizabeth Prélot in der Pariser Zeitung Le Monde und fährt dann fort: „Unsere deutschen Nachbarn werden, wie man weiß, von ihrem Temperament angereizt, jede Theorie bis zu ihrer äußersten Konsequenz zu treiben.

Der Herr Professor legt die Reifeprüfung ab

Die Reifeprüfung ist in ganz Skandinavien eine Angelegenheit, die die Öffentlichkeit interessiert. Sobald die schriftlichen Prüfungen Mitte April ihren Anfang nehmen, veröffentlicht jede Zeitung die Aufgaben auf der ersten Seite, es kommen eifrige Berichte über den Gang der Prüfungen und die zahlreichen Zeitschriften ziehen Fachleute, Schriftsteller, Pädagogen, Psychologen herbei, um die Aufgaben zu diskutieren oder aus verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten.

Aus den Unternehmungen

Die Metallgesellschaft AG., Frankfurt/Main, legt ihrer HV am 15. Mai die außergewöhnlich liquide Bilanz auf den 30. September 1951 vor.

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