Repräsentativer Mittelpunkt der diesjährigen Mustermesse von Hannover war die Schau der deutschen Porzellanindustrie, In der die Rosenthal-Porzellan-Ausstellung einen glanzvollen Abschnitt darstellte. Die neun Rosenthal-Porzellanfabriken – sie beschäftigen 6100 Arbeitnehmer – hatten. 1951 am Absatz der westdeutschen Gebrauchs- und Zierporzellanindustrie einen prozentualen Anteil von 16 v. H. Innerhalb der deutschen Qualitätsporzellan-Industrie beläuft sich der Rosenthal-Anteil jedoch auf 56 v. H. Aber dieser Anteil kennzeichnet nicht allein die Bedeutung, die jenes Werk für die gesamte Industrie hat, vielmehr ist die Rosenthal-Porzellan AG. in ihrer Branche immer Schrittmacher gewesen, obwohl das Unternehmen in der Einführung moderner Formen sich stets eine gewisse Zurückhaltung auferlegt hat.

In diesem Jahr aber brachte Rosenthal eine Fülle von Neuheiten: da ist zunächst die schöne, sachliche und charaktervolle E-Form, da sind die Malereien und Plastiken von Bele Bachem, der Malerin aus Schwabing, die Rosenthal für das Porzellan gewinnen konnte, da sind das in technischer und künstlerischer Hinsicht absolut neue „Rubin“-Porzellan und, last not least, die „Vasen mit schwingenden Formen“. Es ist darum auch nicht erstaunlich, daß Rosenthal über eine große Zahl prominenter Kunden verfügt: die Kaiserin von Persien, der Maharadscha von Indore, der König von Griechenland und die Königin Juliane von Holland gehören dazu, ebenso wie die peruanische Regierung, die USA-Botschaft in Warschau, die Kaiserin von Äthiopien und der Norddeutsche Lloyd in Bremen.

Hatte sich der Porzellanexport bei Rosenthal von 1949 auf 1950 um 80 v. H. erhöht, so ist er 1951 um weitere 45 v. H. angestiegen. Die größten Exportkunden sind die USA, Schweden, Italien, Südamerika, die Schweiz, Holland und Mittelamerika. In der Porzellanindustrie der Bundesrepublik bestreitet die Rosenthal-Porzellan AG. allein 80 v. H. des gesamten Exports nach Mittelamerika, 64 v. H. des Exports nach Schweden, 63 v. H. des Exports nach der Schweiz und 57 v. H. des Exports nach Südamerika, 56 v. H. nach Italien, 54 v. H. nach Österreich und 47 v. H. nach den USA. ww.