Rlt., Düsseldorf, im Mai

Noch läuft im Ausstellungsgelände der Landeshauptstadt Düsseldorf die prachtvolle Kunstausstellung „Eisen und Stahl“, noch stehen weite Kreise unter dem starken Eindruck einer schon bald 400 000 DM betragenden finanziellen Beteiligung der Industrie zugunsten der lebenden Künstler, da verkündet der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie, Dir. Bruno Fugmann, bereits wieder einen neuen Impuls für die geistige Arbeitskraft: ein Preisausschreiben der Montanindustrie, mit dem Ziel, die Entwicklung des stählernen Ausbaues der Grubenbetriebe vorwärtszutreiben. 20 000 D-Mark wurden als Preise bereitgestellt, darunter der erste Preis zu 5000 DM, der zweite Preis zu 3000 DM, der dritte Preis zu 2000 DM und zehn weitere Preise zu je 1000 DM. Alle Studierenden des Bergfaches an den Bergakademien oder Technischen Hochschulen, soweit sie ein Vorexamen bestanden haben, die Schüler der Oberklassen der Bergschulen sowie junge Diplom-Bergingenieure und Absolventen von Bergschul-Oberklassen werden zur Teilnahme aufgerufen. Bis zum 1. April 1953 darf jeder unter seinem Namen eine wissenschaftliche Ausarbeitung, bisher unveröffentlichter Art, im Umfang bis zu höchstens fünfzig Seiten einreichen und darin neue Konstruktionen und Entwicklungsmöglichkeiten des stählernen Grubenausbaues darlegen.

Bei diesem Preisausschreiben handelt es sich nicht zuletzt auch um das Bestreben, die Sicherheit im Bergbau weiter zu vervollkommnen, das heißt also, Menschen und Werken zu helfen; es handelt sich ferner darum, die devisenfressenden Holzimporte abzubauen und die gewaltigen Verbrauchszahlen des Bergbaues an Grubenholz zu verringern. Nach wie vor. ist der Bergbau der größte Holzverbraucher Deutschlands, und Tausende von Hektar Waldbestand müssen zugunsten von Kohle und Erz abgeholzt werden. Das Preisausschreiben hat daher durchaus einen volkswirtschaftlichen Rahmen. Es sollte darüber hinaus eine Anregung auch für andere Wirtschaftszweige geben, einmal mit gleicher Initiative an den wissenschaftlichen Nachwuchs heranzugehen. Wir möchten meinen, daß solche Preisausschreiben die Möglichkeit bieten, Talente zu entdecken, schlummernde Kräfte wachzurufen und frisches Leben in die teilweise doch recht bürokratisierte Welt der Konstruktionsbüros hineinzubringen.