Immer mehr wird der Hamburger Obersee-Tag zu einem Ereignis, dessen Bedeutung weit über Deutschlands Grenzen hinaus beachtet wird. Mehr ausländische Gäste als sonst nahmen diesmal an der Feier teil; sie waren zum großen Teil auf dem Rückweg von der Technischen Messe Hannover bei ihren Geschäftsfreunden in Hamburg zu Besuch. Der Übersee-Club hatte etwa 2500 Gäste – Kaufleute, Werftarbeiter, Industrielle und Lehrlinge – auf das Werftgelände von Blohm & Voß gebeten. Vor der Kulisse der Trümmer dieser einstmals größten deutschen Werft sprachen sich alle drei Redner, Bürgermeister a. D. Rudolf Petersen, Bürgermeister Brauer und Wirtschaftsminister Erhard, dahingehend aus, daß es nun höchste Zeit wäre, daß Blohm & Voß wieder die Arbeitserlaubnis, bekäme. „In den großen Dingen der Politik und der Wirtschaft sind sich die Völker längst einig; es sind die kleinen Dinge, die verärgern und die die Atmosphäre zu vergiften drohen“, meinte Erhard und forderte außerdem die Wiederherstellung der privaten deutschen Firmenrechte und den Schutz der Warenzeichen. Hinsichtlich der von England als Beutegut beschlagnahmten Schwimmdocks war Bürgermeister Brauer optimistisch und sagte – Landeskommissar Dr. Dunlop nickte dazu –, man werde sich auf dem Verhandlungswege so einigen, daß die Docks nicht abgeschleppt würden. yd.