Rund 75 bis 100 Mill. $ wolle sich Kalifornien die Schaffung eines „World Trade Center“ in San Franzisko innerhalb der nächsten beiden Jahre zur Erleichterung und Förderung des Außen- und Binnenhandels kosten lassen, sagte unlängst Mr. John D. Hartigan von der Verwaltung dieses non-profit-Projektes bei einem Besuch der Gesellschaft zur Förderung des Deutsch-Amerikanischen Handels. Zuvor hatten sich die amerikanischen Herren – im Rahmen einer Studienreise durch zahlreiche Länder – in Bad Godesberg bereits über die (positive) Reaktion der Spitzenverbände der Wirtschaft sowie der einschlägigen Ministerien des Bundes orientiert.

„World Trade Center“: das soll die Koordination aller mit dem Welthandel befaßten Dienststellen, Gesellschaften und Einzelpersonen bedeuten, also der Generalkonsulate, Handelsvereinigungen, Ex- und Importeure, Waren- und Rohstoffbörsen, amerikanischen sowie ausländischen Handelskammern, in dem „Zentrum“ eines Gebäudekomplexes (vorerst etwa 20 000, im Endeffekt rund 280 000 qm). Mehr als das: eine permanente internationale Mustermesse, unter Ausnutzung der lokalen Freihafen-Privilegien, eine den Handeltreibenden Zeit, Kraft und Kosten ersparende Einrichtung zur Belebung des Warenaustausches.

In jenem Center wird es außer Büros unter anderem Versammlungs- und Ausstellungsräume geben, Banken, Telefon- und ’Telegrafenämter, Vertretungen der Eisenbahnen, Luftfahrt- und Schiffahrtgesellschaften, dazu Frachtverkehrsexperten, Zollagenten, Fachingenieure, Übersetzer und Dolmetscher, unparteiische Schiedsgerichte, eine Welthandels-Auskunftstelle und eine Bibliothek – kurz: das ganze Drum und Dran für den Güterverkehr „im Weltmaßstab“.

Angesichts der realen Aussichten für den Absatz deutscher Erzeugnisse just im Westen der USA erscheint das projektierte Trade Center als nützliches Werkzeug. Denn unter dem Dach dieses kommenden „Clearing-Hauses“ in der geographischen Mitte der pazifischen Küste der Vereinigten Staaten wohnt neben den Möglichkeiten des Kontaktes mit vielen anderen Ländern der Erde auch die (etwas spröde) Chance des Dollarhandels, die sich der Bund nie und nirgends entgehen lassen darf. Be.