Ende 1949 erhielt ein Sudetendeutscher, der irgendwo in der Tschechoslowakei Zwangsarbeit unter Tage leistete, eine vorgedruckte Mitteilung von der Prager Vertretung der Alliierten Hohen Kommission für Deutschland. Darin stand: „Wir beziehen uns auf Ihren Antrag und bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, daß Ihrer Ausreise von unserer zuständigen Stelle in Deutschland nicht zugestimmt werden konnte, da die lokalen deutschen Behörden Ihren Zuzug nicht bewilligten.“

Worum ging es? Ein Frontsoldat der Ostfront, der 1945 verwundet in russische Gefangenschaft geriet, in einem Verbannungslager des Urals Zwangsarbeit leistete, 1947 von den Russen, da er ja Sudetendeutscher war, an die Tschechoslowakei überstellt wurde und dort weiterhin Zwangsarbeit leistete, hatte das – weiß Gott gerechtfertigte! – Bedürfnis, nach Deutschland zu gelangen, zumal seine Mutter dort als Flüchtling lebte. Der Versuch über die Alliierte Hohe Kommission mißlang; ein weiterer Antrag seiner Mutter im Jahre 1950 an deutsche Behörden mißlang gleichfalls. Diese lokale deutsche Behörde, das Bayerische Landeszuzugsamt, teilte – wiederum per Vordruck – lakonisch der Mutter des Betroffenen mit: „Ihrem Antrag kann nicht entsprochen werden, da wohnraummäßige Unterbringung. nicht gewährleistet ist.“

Daß es diesem Manne – er heißt Emil Glasl – jetzt doch gelang, aus der Hölle herauszukommen, verdankte er dem Internationalen Roten Kreuz, das bei den deutschen Behörden für ihn vorstellig wurde. So kam er zwar nicht nach Bayern, dafür aber ins Rheinland. Seine Mutter war inzwischen gestorben. Bst