DIE ZEIT

Gewerkschaften gehen zu weit

Die Leitung des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat abermals einen schweren und ernst zu nehmenden Angriff auf die Verfassung der Bundesrepublik unternommen.

Überraschung in der Endrunde

Am Tage vor der Schlußabstimmung über den Lastenausgleich erfuhr das Parlament, daß sich die Regierungsmehrheit mit dem CDU-Abgeordneten Kather und den mit ihm stimmenden Flüchtlingsabgeordneten geeinigt hatte.

Das alte und das neue Unrecht

Im Wall Street Journal beklagte sich dieser Tage der amerikanische Journalist Edwin Hartrich, daß die Ruhr-Industriellen und ihre Arbeiter den Plänen, dieses „einstige Arsenal“ wieder in der Waffenproduktion einzusetzen, mit großer Reserve begegnen.

Der Vordruck

Ende 1949 erhielt ein Sudetendeutscher, der irgendwo in der Tschechoslowakei Zwangsarbeit unter Tage leistete, eine vorgedruckte Mitteilung von der Prager Vertretung der Alliierten Hohen Kommission für Deutschland.

Der neue Jagdschein

In die einhundert Artikel der zwischen der Bundesregierung und den Alliierten vereinbarten Rechtskonvention hat, wenn amerikanische Presseberichte zutreffen, auch die Lex Kemritz wieder Eingang gefunden: „Niemand darf von deutschen Gerichten und Behörden verfolgt oder in seinen bürgerlichen Rechten oder wirtschaftlichen Positionen benachteiligt werden, weil er Handlungen oder Unterlassungen zur Unterstützung der alliierten Mächte begangen oder weil er den Streitkräften, Behörden oder Agenturen Informationen gegeben oder Dienste geleistet hat.

ZEITSPIEGEL

Das japanische Parlament hat mit 194 gegen 103 Stimmen ein Gesetz zur Verhinderung umstürzlerischer Umtriebe angenommen. Das Gesetz, das die Aktivität von Organisationen zügeln soll, die zu Gewaltaktionen und Aufruhr anstiften; rief den schärfsten Widerstand der Oppositionsparteien hervor.

Heidelberger Elegien

Daß Alt-Heidelberg, die feine, die Stadt an G.I’s reich ist, das merkt man gleich, wenn man die Wasserleitung aufdreht. Es kommen einem ganze Wolken von Chlor entgegen, denn die Amerikaner lieben es, den reinen Quell mit dieser Chemikalie zu trüben.

Nationalheld Lindbergh

Am 20. Mai 1927 landete eine kleine Maschine auf dem Pariser Flugplatz, ein einfaches Postflugzeug, das bisher zwischen St. Louis und Chikago gependelt hatte; Spirit of St.

Was Berlin erwartet

Was könnte denn Westberlin passieren? Darüber zerbrechen sich viele Leute den Kopf. Einige laufen Zucker und Konserven ein. Sie denken an die Blockade.

Tito und der Sozialismus

In der amerikanischen Zeitschrift Life veröffentlicht seit einiger Zeit Tito, vielleicht wegen seines bevorstehenden 60. Geburtstages, in Fortsetzungen seine Autobiographie.

Friedrich Sieburg:: Das Wörtchen „Ich“

Weil der Maitag so schön ist, denke ich an Paul Poiret. Es war ein Tag wie heute, als ich ihn zum letztenmal sah. Er lehnte an der steinernen Brüstung, ließ sich von der Sonne bescheinen und rauchte seine Pfeife dazu.

Freiheit für die Falschen

Die britische Monatszeitschrift Intelligence Digest hat festgestellt, daß der amerikanisch finanzierte Sender Freies Europa inseinem tschechischen Programm der Sache Europas mehr schade als nütze.

Im Schatten Petains

Der sonst so stille Platz vor dem Institut de France wird seit den frühen Nachmittagsstunden von einer respektvoll harrenden Menge belebt sein.

Zwischen Ethik und Labor

Im Lande des Testens – in Amerika – sind die Naturwissenschaftler nun das neue Opfer dieser Methode den „homo sapiens“ zu ergründen geworden.

Picasso auf der Anklagebank

Paris hat seine neue Sensation – und wieder einmal geht es um Picasso. Der nun siebzigjährige Spanier, der seit einem halben Jahrhundert in Paris lebt, ist Gegner des Franco-Regimes und folglich „Antifaschist“.

Von der Würde des Journalisten

Jean Schlumberger, der französische Dichter und Journalist, der große Verteidiger der Gerechtigkeit, wird am 21. Mai 75 Jahre alt.

Die arme Lüge

Den ganzen Tag über saß sie in dem großen Saal des Städtischen Meldeamtes und schrieb Karteikarten aus. Niemand kümmerte sich um sie, ausgenommen Hannes; aber Hannes war nur der Botenjunge, der die Neuigkeiten brachte und immer laufen mußte.

Prinzip oder Empfindung?

In Köln, in der Galerie Ferdinand Möller, stellen drei Künstler aus: Georg Meistermann, Hans Uhlmann und E. W. Nay. Alle drei gehören zu jener Richtung, die man als „abstrakte“, als gegenstandslose, als gegenstandsfeindliche Kunst bezeichnet.

Die Impressionen der Mrs. Meyer

„Die Gewerkschaftsbewegung kann in dieser Situation nur siegen, wenn sie das Klassenkampfinteresse mit dem Allgemeininteresse identifiziert und ihre Politik für eine optimalere Organisierung des sozialen Körpers sich als notwendig erweist.

Betriebskontrolle durch die Hintertür

Das neueste Beispiel für die gewerkschaftliche Linie in der Wirtschaftspolitik liefert, neben der Forderung, die 40-Stunden-Woche bei gleichen (Wochen-)Löhnen einzuführen und im Bergbau zur 7 1/2-Stundenschicht überzugehen, die Stellungnahme zur Rationalisierung.

Luftkreuz im Norden

Das Flugnetz der Part American World Airways ist zur Zeit 234 000 km lang, erklärte der Leiter des Hamburger Büros der PAA, Hans-Werner Johannsen, anläßlich der Verlegung des Stadtbüros seiner Gesellschaft vom Ballindamm in die Colonnaden.

Goodwill: bestes Aktivum

Das Verdienst an dem für die ganze Welt überraschend schnellen Wiederaufbau der westdeutschen Industrie nach dem Krieg mit ihren beachtlichen Exporterfolgen kommt nicht zuletzt dem im In- und Ausland anerkannten Goodwill zu, der in der deutschen Wertarbeit liegt, in anschauliches Beispiel hierzu bietet die deutsche Strumpfindustrie, die vor dem Krieg ihr Zentrum in Sachsen hatte, in Westdeutschland dagegen kaum in Erscheinung trat.

Präferenzen für Kohlewertstoffe

Als im Juli des vergangenen Jahres der Fachverband Kohlechemie in Bochum seine Mitgliederversammlung durchführte, stand im Mittelpunkt der Erörterungen die Frage der Mineralölzölle und ein Vortrag des Vorstandsmitgliedes der Ruhrchemie AG, Dr.

Schau „chemischer Technik“

Die Deutsche Gesellschaft für chemisches Apparatewesen (DECHEMA), Veranstalter in der ACHEMAX in Frankfurt (18. bis 25. Mai) kann vollauf zufrieden sein: der Sprung von der bisher mehr oder minder vom deutschen – Element bestimmten Tagung (allerdings übernationaler Bedeutung) zum „Europäischen Treffen für chemische Technik“ mit Weltgeltung ist überzeugend gelungen.

Stahlwerk Watenstedt

im Sommer vergangenen Jahres beantragte Wiederaufbau des Stahl- und Walzwerkbetriebes in Watenstedt-Salzgitter, der im November unerwartet vom alliierten Sicherheitsamt in Koblenz abgelehnt worden ist, wird nun doch in nächster Zeit beginnen.

Zwieschlächtige Haltung der Linken

Es ist gut, daß die Auseinandersetzung über die wirtschafts- und sozialpolitischen Probleme nicht bei den Organisationen endet, sondern eine endgültige gesellschaftliche Formung auf der politischen Ebene sucht, denn hier wird, was man auch immer von der Abhängigkeit der Politiker von hinter ihnen stehenden Interessen sagen mag, doch alles beherrscht von dem Gesichtspunkt des Gesamtwohls.

„Es reiten jetzt die bayrischen Husaren“

Der Husarenritt der Münchner auf dem Kapitalmarkt hat sich gelohnt. Finanzminister Zietsch konnte nach Schluß der Inlandzeichnungsfrist als Ergebnis der achtprozentigen Staatsanleihe bekanntgeben, daß ein Betrag von 160 Mill.

Kanada neuer Dollar-Markt

R und ein Zehntel der Ausstellungsfläche auf der diesjährigen Internationalen Handelsmesse in Toronto vom 2. bis 13. Juni wird von deutschen Firmen in Anspruch genommen werden.

Rohstoffe wertvoller als Kredite

Der alte Schlachtruf des Außenhandels: Exportieren oder sterben! hat sich in Portugal in das Gegenteil verwandelt. „Wir gehen bankrott an unserer Ausfuhr!“ Die Befürchtung, am Ende der gegenwärtgen EZU-Vereinbarungen anstatt der dringend gebrauchten Industrieausrüstungen lediglich Kreditguthaben bei der EZU zu besitzen und die wertvollen Rohstoffe los zu sein, hat fast zur Sperre des Exports aus Portugal und den Kolonien nach den EZU-Ländern geführt.

Regreßklage bei Aachener Tuch

Der Ruf nach dem Staatsanwalt, das Verlangen nach Regreßklage gegen den AR der Tuchfabrik Aachen AG. und die Forderung, notfalls durch Prozeß.

Stahl-Neurose des West-Nachbarn

Wieder einmal sieht es so aus, als ob der französische Stahl-Fetischismus stärker sein werde, als die Idee der europäischen Großraumwirtschaft.

Börse zuletzt freundlicher

In der vergangenen Börsenwoche brauchte man nach den Gründen für die abermaligescharfe Abwärtsbewegung der Aktienkurse nicht lange zu suchen: einmal wirkte die Bayernanleihe noch nach, zum andern war der Schock, den die Heranziehung der Aktien zum Lastenausgleich hinterlassen hat, doch tiefer gegangen, als es ursprünglich den Anschein hatte.

Sensationen auf den Rohstoffmärkten

Die Konjunktur der Rohstoffmärkte der Welt hat sich in den letzten 14 Tagen noch unterschiedlicher entwickelt als in den vorhergehenden Berichtsperioden.

Australien-Importe

Australien hat, zum Ausgleich seiner Handelsbilanz, die Einschränkung seiner Lieferungen nach Großbritannien mit einer Begrenzung der Einfuhren britischer Güter beantwortet.

Deutsche Wolle leicht gestiegen

Eine leichte Preissteigerung brachte die Mai-Börse der Deutschen Wollverwertung-West in Paderborn. Der Anstieg bewegt sich je nach Qualität zwischen 5 und 10 v.

Chinesische Schmunzel-Partitur

Ein chinesischer Gelehrter wird von europäischen Freunden in einen Tennisklub zu Peking eingeladen. Die kleine Gruppe sitzt auf der Terrasse und schlürft eisgekühlte Getränke.

VON BERGEN UND BÄDERN

Es sind 75 Jahre vergangen, seitdem aus notdürftig errichteten Zelten eine Bädergemeinde entstand, die heute vier Ortsteile unter dem Namen „St.

Der brennend nächste Osten

Mit den westlichen Maßstäben läßt sich Wesen und Verhalten der östlichen Völker nicht erfassen (übrigens ebensowenig das westliche Geschehen – aber das hat sich noch nicht überall herumgesprochen).

Vieles kommt wieder ins Geleise

Die großen Romane dieser Zeit sind Katastrophenromane. Bücher, die eine intakte Welt schildern, geraten leicht in den Verdacht, schönfärberisch zu sein.

Das Kind ist Realist

Ausstellungen von Kinderzeichnungen gehören zum Repertoire der modernen Museen und der Schulen. Es gibt Tagungen und Kongresse, Arbeitsgemeinschaften und Zirkel, Bücher, Mappenwerke und Aufsätze, die das „schöpferische Kind“ verherrlichen und seine Produktionen nach verschiedenen weltanschaulichen und ästhetischen „Richtungen“ und „Meinungen“ einordnen.

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