im Sommer vergangenen Jahres beantragte Wiederaufbau des Stahl- und Walzwerkbetriebes in Watenstedt-Salzgitter, der im November unerwartet vom alliierten Sicherheitsamt in Koblenz abgelehnt worden ist, wird nun doch in nächster Zeit beginnen. Der niedersächsische Wirtschaftsminister erklärte: „Der Wiederaufbau eines Stahl- und Walzwerkes bei den Reichswerken, der noch vor einem Jahr als völlig unmöglich angesehen wurde, ist gesichert. Die erheblichen Finanzierungssorgen sind durch Gewährung eines Betrages von 32 Mill. DM aus der Investitionshilfe überwunden. Die Planungen wurden fertiggestellt, und bald kann mit der Fertigstellung beider Betriebe gerechnet werden.“

An der vorgesehenen Planung dürfte sich nur wenig verändert haben, so daß, wie vorgesehen, mit einem vierstufigen Ausbau des Werkes zu rechnen ist, für den ein Investitionsbedarf von insgesamt 150 Mill. DM veranschlagt worden ist. Die Mittel der Investitionshilfe dürften zusammen mit den Eigenmitteln ausreichen, um zunächst an den Bau von drei Siemens-Martin-Öfen mit einer Jahresproduktion von 250 000 bis 300 000 t Stahl zu gehen. Danach soll ein Grobblechwalzwerk seine Arbeit aufnehmen, und später wird das Werk durch ein Blockwalz- und ein Halbzeugwalzwerk ergänzt werden, so daß am Ende mit einer Rohstahlproduktion von 800 000 t gerechnet wird. Der Ausbau der ersten Stufe dürfte etwa eine Bauzeit von knapp zwei Jahren beanspruchen.

Die Anbiederung eines Stahlwerkes an die vorhandene Hochofenkapazität ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit, weil die Verarbeitung in einer Hitze zu einer Senkung der Selbstkosten der Roheisenerzeugung und zur Einsparung an Kohle führt. Ein zusätzlicher Kohle- und Koksbedarf entstünde nicht, eine wichtige Voraussetzung für den Wiederaufbau, weil im Augenblick der Engpaß in der westdeutschen Stahlerzeugung fast ausschließlich von der Erweiterung der bereits voll ausgelasteten Kokereikapazität abhängt, td