Testergebnisse

Im Lande des Testens – in Amerika – sind die Naturwissenschaftler nun das neue Opfer dieser Methode den "homo sapiens" zu ergründen geworden. Gegner des Testens wird das mit Schadenfreude erfüllen; denn die Naturwissenschaft ist nicht so ganz unschuldig an der Test-Meinungs-Forschung. Freunde des Testens aber werden zufrieden sein: wissen sie doch nun endlich, was sich im Herzen eines Atombombenforschers abspielt. Festgestellt wurde dies:

Ihre Pflicht tun alle

Berfung auf die Pflicht ist für die Naturwissenschaftler, die als Chemiker oder Physiker an der "Vervollkommnung" von Waffen arbeiten, häufig der einzige Ausweg aus dem seelischen Konflikt zwischen den Forderungen christlicher Ethik und den Forderungen des Labors. Viele stärken ihr moralisches Rückgrat, indem sie sich eine eigene Ethik zurechtmachen. Manche gehen an Schizophrenie, zugrunde. Nur wenige geben ihren wissenschaftlichen Beruf aus ethischen Bedenken auf. Am wohlsten in ihrer moralischen Haut fühlen sich die Biologen, denn die biologische Kriegsführung steckt noch in den Kinderschuhen und hat bisher keine Menschenleben gefordert.

Zuerst: die Chemiker

Die Chemiker stellen die größte Berufsgruppe unter den Naturwissenschaftlern. Sie entstammen meistens dem Mittelstand. Zwischen den beiden Weltkriegen studierten 50 v. H. aller Studenten an den amerikanischen Universitäten Chemie. Die Berufswahl wurde häufig durch die Lektüre volkstümlicher Bücher über die "Romantik der Chemie" mit beeinflußt. Chemiker sind geduldige Menschen und gute Kollegen. Sie sind keine "Intellektuellen", künstlerisch mehr rezeptiv als kritisch. Am liebsten hören sie Brahms und Tschaikowskij. Sie sind selten Rebellen oder Radikalisten.

Dann: die Physiker