War der Absatz von Cabriolets auf dem Automobilmarkt früher stark von der Saison abhängig, weil erst die warmen Sonnenstrahlen des Vorsommers den Wunsch nach einem offenen Wagen weckten so ist hier in den letzten Jahren eine grundsätzliche Wandlung festzustellen. In erster Linie mag dies darauf zurückzuführen sein, daß die Serien-Fertigung von Cabriolets heute einen Qualitätsstand erreicht hat, bei dem das Scherzwort vom „Klappriolet“ nicht mehr gilt. Dagegen erkennen immer mehr Automobilkäufer, daß ein einwandfrei gebautes Cabriolet bei einem verhältnismäßig niedrigen Mehrpreis praktisch zwei Fahrzeuge in einem darstellt: den absolut zug- und regenfreien geschlossenen Wagen mit den gleichen guten Sichtverhältnissen, wie man sie vom heutigen Automobil verlangt – und den offenen Wagen für die Reise.

Neben der Vervollkommnung der Serienfertigung von Cabriolets hat zweifelsohne der serienmäßige Einbau von Wagenheizungen dazu beigetragen, das Cabriolet saisonunabhängig zu machen. Auch die Tatsache, das ein Cabriolet die Fahrgeräusche, wie z. B. das Dröhnen der Ganzstahlkarosserie auf Pflasterstraßen, stärker absorbiert als die Limousinenaufbauten, ist ein gutes Verkaufsargument.

Es dürfte wenig bekannt sein, daß z. B. die Auto-Union mit dem DKW-Cabriolet geradezu einen Rekordabsatz erreicht. Sehr beliebt ist ferror das vom Wolfsburger Werk kommende Volkswagen-Cabriolet, dem aber die formschönen Sindelfinger Cabriolet-Aufbauten des Mercedes nicht nachstehen. Desgleichen erfreuen sich auch die Cabriolets von Borgward, Porsche und Goliath sowie die Kleinwagen-Cabriolets von Gutbrod und Champion steigender Beliebtheit. sow.