Karl Krolow: Die Zeichen der Welt. (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 100 S., DM 4,80.)

Man lernte diesen Lyriker bisher aus einzelnen, in Tageszeitungen und Zeitschriften veröffentlichten Gedichten und kleineren Gedichtbüchern kennen. Jetzt hat man ihn ganz, und es läßt sich ein erstes deutendes Wort über ihn sagen.

Krolow steht ungefähr in der Mitte zwischen den Naturdichtern und den „Modernen“ unserer Nachkriegslyrik. Von keinem der Extreme läßt er sich anlocken, weder in die „Zeitlosigkeit“ der Idylle noch ins allzu zeithafte Experiment. Eine in sich bestandhafte, heilsame Ordnung sucht er gegen eine Welt zu setzen, die so ganz und gar ordnungs- und heillos erscheint. Nicht Rausch oder Ekstase wird man in diesen Gedichten finden, wohl aber das stille Hin- und Herüberregen, das trotz der „mächtigen Leere des Lärms“ fortdauernd zwischen Menschen und Dingen statthat. Um die „Entdeckung der Güte“ geht es diesem Dichter –

Kein Abdruck der Lippen auf Wange und Stirn unter Flüstern –

Aber ein Blitz, der zwischen dir und mir Ähnlichkeit schafft ...

Wenn um uns die Fläche der Stadt belebt von der Blüte

Zerbrochener Rosen wird und der Entdeckung der Güte.