Es ist ein langer, beschwerlicher Weg, den die Olympia – Werke West von der Berliner Friedrichstraße, wo sie vor 49 Jahren als Zweigunternehmen der AEG für den Vertrieb der Mignon-Schreibmaschinen gegründet wurden, über die Gewehrfabrik von Erfurt bis in die demontierte Marinewerft-Stadt Wilhelmshaven zurückzulegen hatten. Daß sie nun mit Abstand an der Spitze aller deutschen Schreibmaschinenwerke liegen, ist nicht nur dem willenskräftigen Unternehmermut ihrer führenden Männer, sondern vor allem dem Verständnis und der aufgeschlossenen Bereitschaft der Belegschaft für alle notwendigen Werksmaßnahmen zu danken. So konnten in Wilhelmshaven in kurzer Zeit wieder 4500 Männer und Frauen eine neue Aufgabe finden. Es wurde eine Zusammenarbeit erreicht, die in den Produktionsziffern deutlich zum Ausdruck kommt.

Generaldirektor Joachim Wussow konnte anläßlich einer Besichtigung der Werke mit Stolz darauf hinweisen, daß aus den ersten 25 Mann, die im Herbst 1946 mit den Vorarbeiten anfingen, inzwischen eine fast 25mal so große Werkschar geworden ist, daß aus den ersten zehn Schreibmaschinen, die im Oktober 1948 geliefert wurden, im Frühjahr 1950 bereits 2500 geworden waren und daß jetzt monatlich deren 12 000 vom Fließband laufen. Von der deutschen Produktion an Kleinschreibmaschinen fallen zwei Drittel auf das Konto der Olympia-Werke, und von der Gesamtproduktion aller Typen stellen sie allein 40 v. H. Vornehmlich dank der Arbeit der Olympia-Werke, die 52 v. H. ihrer Produktion exportieren, steht Deutschland wieder an zweiter Stelle auf dem Büromaschinen-Weltmarkt. Und wenn die Fertigung der neuen Saldiermaschine, die in Gemeinschaftsarbeit mit einem von den aufgelösten Mauser-Werken übernommenen Konstrukteur-Team entwickelt wurde; anläuft und die neue Standard-Schreibmaschine in den Verkauf gebracht wird, dürfte sich der Abstand von den führenden USA noch weiter verringern. Dann wird man auch Mitte nächsten Jahres die Belegschaft auf 6500 erhöhen können.

Die Büromaschinen-Industrie erlöst übrigens im Export den höchsten Preis je Kilo Eisen im Rahmen des gesamten Maschinenbaues. Bei der Addiermaschine z. B. 70–80 DM je Kilo gegenüber einem Kiloerlös von 4–5 DM beim Bau größerer Maschinen. Die augenblicklich noch bestehenden Schwierigkeiten hofft man bald beseitigen zu können, ebenso wie man auch auf eine bessere steuerliche Exportförderung durch die Bundesregierung hofft. Drei Punkte sind es vor allem, die sich das Werk vorgenommen hat: Schaffung neuer Arbeitsplätze, Rationalisierung des technischen Betriebes und Förderung des Exportes. Daß dem Olympia-Werk die Erfüllung dieses Programms, und zwar in einer sehr kurzen Zeit schon, gelungen ist, sah man auf einem Rundgang durch das Werk in jeder Halle. - ff -