Für alle Fälle

Der Rat der Vereinigten amerikanischen Stabschefs hat den Generalstab der Luftwaffe beauftragt, alle Vorbereitungen für eine Luftbrücke von der Bundesrepublik nach Berlin zu treffen. Trotz der auf absehbare Zeit nicht entbehrlichen gewaltigen Luftbrücke über den Pazifischen Ozean nach Korea sind die Alliierten in der Lage, die Verpflegung Berlins auf dem Luftwege jederzeit sicherzustellen, falls es sich als nötig erweisen sollte. Während der ersten Blockade der Hauptstadt Deutschlands hatte Amerika schließlich 225 und England 140 Maschinen nach Berlin, eingesetzt, wozu noch eine Reihe französischer Flugzeuge kamen. Heute könnten sowohl die Amerikaner wie die Engländer nicht nur eine größere? Anzahl von Maschinen zur Verfügung stellen, ihre modernen Transporter haben auch eine größere Leistungsfähigkeit, nämlich 20 bis 25 t gegenüber einer Kapazität von höchstens 10 t zur Zeit der ersten Berliner Luftbrücke.

Der Fall Ohrenstein

Die Große Strafkammer beim Landgericht München hat dem wiederholten Antrag des Rechtsanwaltes Klibansky auf Haftentlassung Auerbachs aus seiner vierzehnmonatigen Untersuchungshaft stattgegeben, und zwar mit der Begründung, daß die gesetzlichen Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung des Haftbefehls weggefallen seien. Gleichzeitig ist das Gericht dem Antrag auf Vernehmung des Ministerpräsidenten Dr. Hans Ehard gefolgt und hat auch darin seine bisherige Haltung revidiert. Dr. Ehard soll darüber aussagen, ob ihm bekannt war, daß der bisherige bayrische Justizminister, Dr. Müller, Gelder, die er von dem Landesrabbiner Ohrenstein erhalten hatte, an CSU-Abgeordnete weitergab. Es scheint sich herauszustellen, daß Ohrenstein noch schwerer belastet ist als Auerbach.

Konzentration der Rechten

Die „Nationale Rechte“ in Hamburg, vormals „Deutsche“ Konservative Partei“, hat sich der „Deutschen Partei“ angeschlossen. Die Vorsitzende der „Nationalen Rechten“ in Hamburg, Willa Cordes, erklärte dazu, daß ihrer Meinung nach der größte Teil der Wahlberechtigten, die bisher den Wahlurnen ferngeblieben seien, nur deswegen auf die Abgabe ihrer Stimmen verzichtet hätten, weil sie eine klar disponierte Rechtspartei vermißt hätten. Dies würde durch den Zusammenschluß anders werden. Ursprüngliche Bedenken gegen den welfischen Einfluß in der „Deutschen Partei“ seien fallengelassen worden, weil sich herausgestellt habe, daß die Partei mit der Zeit an ihren Aufgaben gewachsen sei. Sie sei nun eine wirklich deutsche Partei.

Popularität in Wachs