Die Bedeutung des Zusammenschlusses der Länder Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden zum Südweststaat liegt nicht zuletzt auf wirtschaftlichem Gebiet. Nicht umsonst hatten die „Südweststaatler“ bei der Vorbereitung zur Volksabstimmung vor allem auf die wirtschaftlichen Vorteile dieses Zusammenschlusses hingewiesen. Der Südweststaat ist mit einer Fläche von 35 750 qkm (14,8 v. H. des Bundesgebietes) nach Bayern und Niedersachsen das drittgrößte und mit 6,56 Mill. Einwohnern (13,8 v. H. der westdeutschen Gesamtbevölkerung) nach Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen das viertgrößte Bundesland. Der Beschäftigenzahl nach steht er mit rund 2,16 Mill. Arbeitenden (17,3 v. H. des Bundesgebietes) an dritter Stelle, hinter Bayern. Das wirtschaftliche Gewicht des neuen Bundeslandes wird in erster Linie durch die starke Konzentration bedeutender und exportwichtiger Industriezweige bestimmt. Von den in der Spielwaren-, Schmuckwaren- und Musikinstrumenten-Industrie des Bundesgebietes Beschäftigten arbeitet hier über die Hälfte (rund 18 500). Die prozentual zweitgrößte Gruppe ist. die Feinmechanik und Optik mit 46 625 Beschäftigten oder einem Bundesanteil von 49,5 v. H. Ihr folgen die Tabakverarbeitung mit 30 390 (43 v. H.), die Ledererzeugung mit 14 700 (41,6 v. H.), der Fahrzeugbau mit 70 040 (33 v. H.), die Schuhindustrie mit 23 500 (27,4 v. H.), die Textilindustrie mit 193 100 (27 v. H.), die Elektrotechnik mit 77 880 (24,6 V. H.) und der Maschinenbau, der nach der Textilindustrie absolut größte Industriezweig, mit 114 380 (21,6 v. H.) Beschäftigten.

Auch im Export kann der Südweststaat mit sehr beachtlichen Leistungen aufwarten. 1551 erreichte die Ausfuhr der drei südwestdeutschen Länder 12,6 v. H. der Gesamtausfuhr. Der Südweststaat steht damit nach Nordrhein-Westfalen, das für 6,9 Mrd. DM (47,4 v. H.) exportierte, an zweiter Stelle vor Bayern mit einer Exportleistung von 1,4 Mrd. DM (9,7 v. H.). Der Anteil des Fertigwarenexports machte dabei nicht weniger als 91,4 v. H. des südwestdeutschen Gesamtexportes aus, gegenüber nur 73 v. H. umgerechnet auf das ganze übrige Westdeutschland.

C. B.