Fast hatte man vergessen, daß sie noch existiert, die Staatliche Erfassungs-Gesellschaft für öffentliches Gut m. b. H. (STEG). Ende 1951 waren es noch acht Lager gegen 17 am Anfang des Jahres, in denen (nur in der amerikanischen Besatzungszone) Restbestände alliierten und deutschen Wehrmachtseigentums und von der Besatzungsmacht in Deutschland requirierte Güter auf Käufer warten. Durch Aufarbeitung vor allem von Nachrichten- und Funkgeräten sowie Baumaschinen wurden die Verkaufsmöglichkeiten dieser Güter durch die STEG verbessert.

Wie aus dem Jahresbericht der Gesellschaft für 1951 hervorgeht, betrug der Erlös für verkaufte Güter im Geschäftsjahr 1951 etwa 35,09 Mill. DM (gegenüber 55,69 Mill. in 1950), wobei sich ein Überschuß von 10,78 Mill. DM ergab. Es wurden Fertigwaren, Halbfabrikate, Ersatzteile, Schrott, Pulver und Sprengstoffe veräußert. Verkauft von STEG-Gütern erbrachten von 1946 bis 1951 einen Gesamtüberschuß von 377 Mill. RM und 213,6 Mill. DM bei Gesamterlösen von 492,6 Mill. RM und 485,9 Mill. DM. Die noch vorhandenen Restbestände, vor allem Nachrichten- und Funkgeräte, Kabel, Kraftfahrzeuge, Pulver und Sprengstoffe, Werkzeuge, Kleineisenwaren sowie vier Schiffe haben einen geschätzten Verkaufswert von 25,13 Mill. DM, von denen die Mehrzahl – hoffentlich – im laufenden Jahr abgesetzt werden soll. Etwas über die Hälfte steht inzwischen unter Vertrag. Der Rückgang des Verkaufsvolumens in 1951 hängt damit zusammen, daß die Warenbestände langsam abnehmen, vor allem die gängigen Sorten. Andererseits erzielten manche Waren wegen besserer Konjunktur günstigere Preise als 1950. Etwa ein Drittel der Verkäufe fielen auf Exporte.

Der Personalbestand der STEG betrug am Jahresende 1930 Angestellte und Lohnempfänger gegen 3574 Ende 1950 und 12 370 am 1. Januar 1949 – Leider liegen noch immer keine Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen für 1950 und 1951 vor. Es wäre zu wünschen, daß sie trotz bestehender Schwierigkeiten bald vorgelegt würden, auch um gegenüber den amerikanischen Verhandlungspartnern in den strittigen Fragen des Amerikageschäftes mit endgültigen Unterlagen aufwarten zu können. C. v. S.