Die westdeutsche Industrie sollte dem Betriebsrat und der Leitung des Kabelwerkes Rheinshagen in Wuppertal sehr dankbar sein. Ihnen verdankt die deutsche Öffentlichkeit die von weiten Kreisen längst nicht mehr bezweifelte Feststellung, daß die vom DGB eingeleitete und nun zurückgepfiffene Störungsaktion bei den Arbeitnehmern keinesfalls auf Gegenliebe gestoßen war. Zu dem Ergebnis war man anläßlich einer Rundfrage gekommen, die gemeinsam von der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat durchgeführt wurde. Die Fragestellung lautete: „Machst du die Maßnahmen der Gewerkschaften mit?“ Die Antwort konnte jedes Betriebsmitglied „geheim“, also ohne Namensnennung, abgeben und damit ohne Beeinflussung die eigene Meinung zum Kampf des DGB gegen den Entwurf des Betriebsverfassungsgesetzes bekunden. Das Ergebnis war symptomatisch: von 763 anwesenden Arbeitnehmern erklärten 72,2 v. H., daß sie den Schrittder Gewerkschaften nicht billigen und die Maßnahmen keinesfalls mitmachen würden. 18,5 v. H. sprachen sich für eine Unterstützung der Gewerkschaftsleitung aus, 6,3 v. H. enthielten sich der Stimme und weitere 3 v. H. der Stimmen waren ungültig. – Deutlicher kann wohl kaum die Mißstimmung nachgewiesen werden, die die DGB-Aktion in den Kreisen der Arbeitnehmerschaft hervorgerufen hat. Und wahrscheinlich würde jede derartige Umfrage bei der Mehrzahl der deutschen Industrieunternehmungen das gleiche Ergebnis haben ... ww.