Als der Münchener Weihbischof bei der Fronleichnamsprozession, hingewandt zum Erzbischöflichen Palais, das Allerheiligste zum Segen erhob, ist Kardinal Michael von Faulhaber in die Ewigkeit gegangen. „Ein Priester ewiglich, nach der Ordnung des Melchisedek“ – so wird ihn die Kirche von nun an nennen-, und im Ritual der Messe wird sie ihm einen königlichen Rang geben: „Ich habe David mir zum Knecht erkoren, mit meinem heiligen Öle habe ich ihn. gesalbt.“

Der so hoch aufstieg, war als der Sohn eines unterfränkischen Bäckers im Jahre 1869 geboren worden. Er ging in Würzburg ins Gymnasium, 1892 wurde er zum Priester geweiht. Bevor er Privatdozent für alttestamentarische Theologie an der Universität Würzburg und dann, im Jahre 1903, Professor in Straßburg wurde, war er drei Jahre lang an der Anima in Rom. Während dieser Zeit hat er das Heilige Land besucht.

Im Dom zu Speyer wurde er 1911 zum Bischof der römisch-deutschen Kaiserstadt geweiht. Als Wappen wählte er den siebenarmigen Leuchter und darüber die Taube – Sinnbild des Alten und des Neuen Testamentes. Bei Ausbruch, des Weltkrieges, wurde er Feldprobst der bayerischen Armee. Als erster deutscher Bischof erhielt er bereits 1915 das Eiserne Kreuz und um dieselbe Zeit den persönlichen Adel.

Im Jahre 1917 wurde Michael von Faulhaber durch Papst Benedikt XV. auf den Erzbischöflichen Stuhl von München und Freising berufen. Ein Jahr später brach die Revolution aus. Als sein Haus von revolutionären Truppen besetzt wurde, als die Regierung Eisner und dann die bayerische Sowjetregierung die Grundlagen der christlichen Ordnung zu erschüttern drohten – in jeder, auch in der gefährdetsten persönlichen Lage hat er völlig unbekümmert um irdische Erwägungen seine Stimme erhoben. Und er erhob sie vor der Welt, als noch die Nachwirkungen der Kriegspropaganda mit ihrem Haß gegen Deutschland und sein ganzes Volk zu fühlen waren.

Was Kardinal Faulhaber bei seiner ersten Amerikareise im April/Juni 1923 tat, als der Wert der Mark auf Null sank, als eine Welle von Hunger, Elend und Verzweiflung durch das Land ging und die Radikalen von rechts und links die Fundamente des Staates zu zerschlagen drohten, das hat sich noch nach vielen Jahren ausgewirkt. In großen und kleinen Städten, in Universitäten, Waisenhäusern, Theatersälen und Klöstern von 25 Diözesen warb er für Deutschland, für das Leben von Hunderttausenden, von Millionen. Wohin er kam, strömten ihm die Gaben zu, vielfach von den Ärmsten der Armen, und der Deutschenhaß verstummte.

Wieder hat dieser „Wächter Gottes“, wie man ihn in Bayern nannte, für sein Volk gesprochen, für das „Geheime Deutschland“, als das furchtbare, Jahr 1933 gekommen war. Wie ein Kartenhaus war doch die Republik zusammengestürzt, und es schien niemanden mehr zu geben, der sich der kategorischen Barbarei jenes lästerlichen Pseudoreiches, das die christlichen Grundlagen aller abendländischen Geschichte leugnete, entgegenstellen würde. Bis in der St. Michael, dem Schutzpatron des Wahren Reiches geweihten Kirche, in fünf Adventspredigten die große Stimme des Kardinal-Erzbischofs von München aufklang.

Er sprach über das Thema „Judentum, Christentum, Germanentum“, über das Alte Testament als einen Hort der Freiheit und des Rechtes, „die Diktatur der Gasse und der Masse abzulehnen“. Und gegen die neue Ersatzreligion des geistigen Pöbels, den Antisemitismus, verkündete er Christus, „den Sohn Davids, den Sohn Abrahams“, den Löwen vom Stamme Juda.