Die Gewerkschaftsbeiträge werden in den meisten Montan-Betrieben vom Arbeitgeber gleich bei der Lohnberechnung einbehalten und gesammelt an die Zahlstelle der Gewerkschaft abgeführt: weil es nämlich die IG-Bergbau und die IG-Metall in den abgelaufenen Jahren verstanden haben, mit den einzelnen Gesellschaften solche Betriebs Vereinbarungen abzuschließen. Dieser Modus ist für die Gewerkschaften recht günstig. Denn sicherlich würde ein von Haus zu Haus gehender und bei den Frauen der Bergleute und Metallarbeiter die Beiträge kassierender Gewerkschaftssekretär einige Schwierigkeiten bei seiner Tätigkeit haben. Wahrscheinlich kamen die Beträge auch lange nicht in voller Höhe ein: nicht (fast) jeder Betriebsangehörige wäre dann Mitglied.

Angesichts der (im Augenblick nur unterbrochenen) „Aktion“ des DGB muß nun wirklich gefragt werden, ob die Unternehmer gut daran tun, die Beiträge zum Kampf gegen das Unternehmertum selbst einzukassieren und dem DGB damit fixe Einnahmen zu garantieren, die dann als Bumerang zurückkommen. Man sollte im Revier und auch in anderen Gebieten Deutschlands den Mut finden, diese Regelung abzulösen. Vielleicht würde das dazu beitragen, die Streiklust ein wenig zu dämpfen, yd.