Der Gamsbart und die Lederhose mögen im Abwehrkampf gegen die Verpreußung stehen, und je mehr sich nördliche Touristen dieser Reservats-Symbole selber bedienen, desto gefährdeter sind sie. Aber wie Karl Kraus einmal das Wort von der „verfolgenden Unschuld“ geprägt hat, so befinden sich jene bedrängten Wahrzeichen stammeseigener Freiheit auch selber auf dem Kriegspfad. Das wenigstens ist die Meinung der Leiter der fränkischen Volkstumsgruppen, die eben zu einer Tagung in Würzburg zusammenkamen, um gegen die drohende Verbayerung fränkischer Art entsprechende Abwehrmaßnahmen zu beraten. Ein dritter Feind wurde dabei entdeckt: der bayerische Schuhplattler, der durch seinen bier-bacchantischen Rhythmus die fränkische Seele ebenso zu verderben droht, wie die gesamtdeutsche Seele manchem durch den Boogi-Woogi gefährdet erscheint.

Es wurde daher beschlossen: Es sollen von nun an nur noch Heimatfeste echt fränkischen Charakters stattfinden, und von 1953 an sollen alljährlich zwei oder drei „gesamtfränkische Heimatfeste“ veranstaltet werden. H. P. L.