Champagne

Die Weinstöcke, die auf dem Kreideboden der Champagne gedeihen, tragen kleine, schüttere Beeren mit wenig Kernen. Die Champagnertraube gibt so bei geringem Ertrag ein Produkt von auserlesener Güte. Die französische Champagnerfabrikation bedingt nicht nur die wohlerwogene Verwendung jahrhundertelanger, technischer Erfahrungen, sondern eine über das Maß des Gewöhnlichen hinausgehende, manuelle Sorgfalt. Die großen Marken werden traditionell aus einem Gemisch von drei berühmten Rebarten gekeltert. Die Extra-Qualität französischen Champagners ergibt sich aber letzten Endes aus den natürlichen Wachstumsbedingungen in einem, trotz seiner nördlichen Lage, von der Sonne Frankreichs besonders bevorzugten Reblande. Gleich, ob es sich nun um Naturchampagner oder jenen, nach monatelangem Gären, Keltern, Rütteln und nach jahrelangem Lagern mit dem Flaschenhals nach unten versandreif gewordenen Schaumwein handelt, der durch Zusätze von Zuckerlösungen in „Demi-sec“, „See“, „Extra-sec“ oder „Brut“ gewandelt wird ... der Champagner ist der einzige französische Wein, den man zu jeder auch noch so ausgeklügelt variierten. Speisenfolge trinken kann, ohne Marke und Art zu wechseln. Im Champagner-diner erklimmt der Geist den Gipfel der französischen Gastronomie.

1938 wurden 2,705 Mill. Flaschen Champagner in- und außerhalb Frankreichs abgesetzt, 1948 waren es 2,39 Millionen, 1949 2,37, aber 1950 schon wieder 2,73 Millionen. Im Jahre 1951, mitten in der Koreakrise erreichte Frankreichs Champagnerabsatz 2,936 Millionen Flaschen.

Cognac

Eau-de-Vie, Lebenswasser, so nennt der Franzose das, was man in anderen Ländern als Branntwein bezeichnet. So gibt es wohl auch nichts, was nach einem guten Mahl, das mit dem obligaten schwarzen Kaffee abschließt, Magen und Geist so fühlbar und rasch belebt wie ein Glas echten, alten Cognacs oder Armagnacs. Sie sind beide gleich an Kraft und Güte, aber sie unterscheiden sich durch ihre Destillationsmethoden. Es sind Brüder, von denen jeder seine Eigenarten und seine persönlichen Qualitäten aufweist. Ein Sonderdekret vom 1. Mai 1909 regelt die Destillation der in der Charente und einem Teil der Dordogne gezogenen Weine. Als einzige französische Weinmarke ist der „Cognac“ auch international gegen unbefugte Nachahmung geschützt. Die Brennrezepte haben sich bei den berühmten, alteingesessenen Firmen seit zehn Generationen vererbt. Cognac und Armagnac verbessern ihre Qualitäten mit dem Alter. Die Ehrfurcht, die der Kenner vor einem „vieux Cognac“ empfindet, geht weit über Frankreich hinaus. Jeder halbwegs gebildete Franzose kennt den Unterschied zwischen einer „grande Champagne“, einer „petite Champagne“ oder einer „Fine“, die aus beiden gemischt wird. Der Ausfuhrhafen für Cognac und Armagnac ist La Rochelle. Hier lagern auch Millionen von versandbereiten Kisten. 1946, als auch La Rochelle noch halb in Trümmern lag, erreichte der Cognacexport einen Devisenerlös von damals 5 Milliarden ffr. 1948 wurden 7470 hl Cognac abgesetzt. 1950 waren es 8170 und im vergangenen Jahr über 10300 hl, die den Weg in das In- und Ausland fanden.

Klima und Ruf Burgunds als der Heimat des Rotweins bedürfen an sich keiner näheren Kennzeichnung. Unmöglich kann man alle Markenweine namentlich aufzählen, die dem Deutschen im allgemeinen und dem Norddeutschen im besonderen seit Jahrhunderten als Getränke für Tafelfreuden bekannt sind: Vougeot, Chambertin, Meursault, Nuits-St. Georges, Beaune, Pommard, Volnay – nicht zu vergessen die Weinenklaven Chateau-Chalon, Étoile und Arbois –, so viele Namen so viele auserlesene Gewächse, vom gelben Jurawein über den weißen Chablis bis zum tiefroten, echten Burgunder.