Die Rüstung für einen Landkrieg mit den Sowjets in Europa sei eine „altmodische und falsche Theorie“, hat der republikanische Präsidentschaftsanwärter Senator Robert A. Taft amerikanischen Journalisten erklärt. Er versprach, als Präsident von den 65 Milliarden Dollar für Verteidigung und Auslandshilfe 20 Milliarden zu streichen. Taft verwies auf seinen Plan, ein Netz militärischer Stützpunkte rund um die Welt anzulegen, und behauptete, ein Krieg könne aus der Luft gewonnen werden. Die Armee und die Marine müsse man zugunsten der Luftwaffe einschränken.

Chester Wilmot, der bekannte Militärschriftsteller und Autor des weltberühmten Buches „Struggle for Europe“, schreibt im „Observer“, die Kämpfe in Korea hätten den amerikanischen Luftkriegsexperten bewiesen, daß ihre Strategie der unbedingten Luftüberlegenheit noch lange keinen Sieg über den Gegner garantiere. Enge Zusammenarbeit einer taktischen Luftwaffe mit der Erdtruppe habe sich als notwendig erwiesen. Die Luftwaffe allein könne einen entschlossenen Feind nicht daran hindern, Nachschub heranzuholen und seine Stellungen zu behaupten. Außerdem sei durch die Überlegenheit der russischen Düsenjäger eine Operation mit Atombomben in Frage gestellt. Die Luftkrise in Korea bestehe seit März 1951. Seit dieser Zeit hätten die amerikanischen Bomber auf Tageseinsätze verzichten müssen. Es sei nun notwendig, mehr Düsenflugzeuge zu bauen. D. B.