1929 stammten von 430 ins Französische übersetzten Büchern 79 aus dem Deutschen. 1931 waren es 125 von 544. Mit einem Viertel und mehr der Übersetzungsliteratur stand das deutsche Buch um 1933 an dritter Stelle nach England und Amerika. Erst 1951 erreichte es mit 101 von 440 übersetzten Werken fast wieder den Anteil der letzten Vorkriegsjahre.

Und welche Bücher werden übersetzt? Zunächst jene Autoren, die dem Leser bereits aus der Vorkriegszeit vertraut sind: Thomas Mann und Hermann Hesse, Rilke und Hofmannsthal, dazu Franz Kafka, Gerhart Hauptmann, Stefan Zweig, Werfel, Wassermann, Josef Roth, Fritz von Unruh, Gertrud von LeFort.

Vom deutschen Schriftsteller, den der Franzose neu aufnimmt, erwartet er vor allem Zeugenschaft und Deutung, um das Rätsel zu ergründen, das der deutsche Mensch ihm in den letzten zwei Jahrzehnten aufgegeben hat. Ernst Wiechert und Ernst Jünger sind ihm heute mit einer ganzen Reihe ihrer Bücher vertraut. Die Aufzählung einiger in der letzten Zeit übersetzter Autoren gibt eine Orientierung über das Interesse des Franzosen an der deutschen schöngeistigen Literatur: Stefan Andres, Albrecht Goes, Hermann Kasack, Hermann Kesten, Ernst Kreuder, Elisabeth Langgässer, Erich Nossack, H. W. Richter, Günther Weisenborn, Anna Seghers, Louise Rinser, Hermann Broch und Robert Musil. A. R.