Die Westdeutsche Kaufhof Aktiengesellschaft, Köln, weist In ihrem Geschäftsbericht für das Jahr 1951 einen Reingewinn In Höhe von 1,8 Mill. DM aus (1,5 Mill. DM im Vorjahre). Die Verwaltung schlug der HV vor, diesen Betrag zur Ausschüttung einer Dividende von 5 v. H. (i. V. 4 v. H.) auf das AK von 37,8 Mill. DM zu verwenden. – Das 47. Geschäftsjahr des Unternehmens war weiterhin durch die Beseitigung von Kriegsschäden gekennzeichnet. Mit dem Wiederaufbau beschädigter Häuser und mit der Neueröffnung der Häuser in Würzburg und München konnte die Verkaufsfläche von 72 000 Ende 1950 auf 87 500 qm am 31. Dezember 1951 vergrößert werden. Trotz dieser Vergrößerung stehen der Gesellschaft heute erst wieder 57,6 v. H. der vor dem Krieg im Bundesgebiet vorhandenen Verkaufsfläche zur Verfügung. Da die hohe Steuerbelastung es dem Unternehmen nicht erlaubte, den Wiederaufbau aus eigenen Erträgen vorzunehmen, mußten überwiegend fremde Mittel in Anspruch genommen werden. Die hieraus resultierende Anspannung der Liquidität hielt man jedoch in tragbaren Grenzen, da die Gesellschaft mit relativ kleinen Warenlagern und infolge einer bewußten Beschränkung auf verkaufsinteressante Artikel gute Umsätze erreichen konnte. Mit Hilfe dieser Politik gelang es auch, wie der Geschäftsbericht mitteilt, das in den Vorräten liegende Preisrisiko weitgehend zu beschränken. Der Gesamtumsatz der Gesellschaft stieg im letzten Jahr um 40,6 v. H., was einer erfreulichen Verbesserung der Verkaufsintensität der einzelnen Häuser gleichkommt. Am Ende des Berichtsjahres beschäftigte die Westdeutsche Kaufhof AG 9983 ständige Mitarbeiter gegenüber 7735 im Vorjahre. – In der Bilanz erscheinen die Anlagen mit 67,9 Mill. DM bei einem Zugang von 14,2 Mill. und Abschreibungen von 7,6 Mill. DM. Das Umlaufsvermögen stieg von 26,5 Mill. DM Ende 1950 auf 34,2 Mill. DM. wobei sich die mit besonderer Vorsicht bewerteten Warenvorräte um 4,4 Mill. auf 22,8 Mill. DM erhöhten. Das Grundkapital blieb unverändert (37,8 Mill. DM). Die Rücklagen stiegen um 197 000 DM auf 10,6 Mill. DM. Die Rückstellungen wurden von 2,4 Mill. im Vorjahr auf 7,6 Mill. DM erhöht. Die Verbindlichkeiten sind von 36,0 Mill. auf 44,1 Mill. DM angewachsen. Hiervon sind einschließlich der Rückstellung für Pensionen (1,0 Mill. DM) 19,9 Mill. DM mittel- und langfristig.

Von der HV der Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 1950/51 erstmals nach dem Kriege wieder 5 v. H. Dividende zu verteilen. Dr. H. G. Boden, der stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes, führte aus, daß die AEG im Berichtsjahr 48 Mill. DM und im Vorjahr 40 Mill. DM investiert und damit die Voraussetzungen für die ungewöhnlich starke Umsatzerhöhung auf 432 Mill. DM geschaffen habe. Man sei jetzt bestrebt, die Leistungsfähigkeit durch Rationalisierung weiter zu steigern. Auch im neuen Geschäftsjahr seien die Umsätze befriedigend. Erworben wurden 2,5 Mill. DM Aktien der Olympia-Werke-West GmbH, und 1,5 Mill. DM von Hirsch Kupfer. Baurat Spennrath, der Vorsitzende des Vorstandes, vertrat die Ansicht, daß nunmehr der Tiefpunkt des Produktionsrückganges in der Verbrauchsgüterindustrie überschritten sei. Eine Fortsetzung der stürmischen Aufwärtsbewegung des Exports sei in absehbarer Zeit jedoch nicht zu erwarten.

Der Farbwerke Hoechst AG. werden demnächst weitere Unternehmen der IG.-Farben als Tochtergesellschaften zugeteilt werden. Auf Grund der bisher getroffenen Entscheidungen wird das Unternehmen folgende Einheiten umfassen: als Werke Farbwerke Hoechst in Frankfurt/Main-Höchst, Chemische Fabrik Griesheim in Frankfurt/Main-Griesheim, Naphtol-Chemie in Offenbach (Main) und Lech-Chemie in Gersthofen bei Augsburg; als Tochtergesellschaften Knappsack-Griesheim AG. für Stickstoffdünger und Autogentechnik in Knappsack bei Köln, Behring-Werke AG. in Marburg (Lahn), Kunstseidefabrik Bobingen AG., in Bobingen bei Augsburg, Faßholzfabrik Goldbach GmbH, in Goldbach bei Aschaffenburg, Indanthren-Haus München GmbH, in München und mehrere kleinere Gesellschaften. Die Knappsack-Griesheim AG. besitzt ihrerseits mehrere Tochtergesellschaften, von denen die Gebr. Wandesieben GmbH, in Stromberg (Hunsrück) und die Ingenieur-Büro Friedrich Uhde GmbH., Dortmund, die bedeutendsten sind.

Argo Reederei In Familienbesitz, Die Gesellschafteranteile sind auf Grund von Vereinbarungen jetzt völlig in den Besitz, der Familie Adler übergegangen, so daß die „Argo“ heute als reine Familienreederei angesprochen werden kann. Neben dem Reedereibetrieb unterhält die Familie Adler unter dem Namen Adler & Co. weiter eine Maklerei; außerdem wurden kürzlich in Ausweitung des Tätigkeitsbereiches folgende Gesellschaften gegründet: Argo Nah-Ost Linie GmbH., Bremer Ausrüstungs GmbH., Argo Hafenbetrieb GmbH. und Adler Werft GmbH. Sämtliche Gesellschaften haben ihren Sitz in Bremen, zum Teil mit Niederlassungen in Hamburg.

Die Otto Wolff K.-G., Eisengroßhandel, Köln, ist von den britischen Behörden mit Wirkung vom 17. Mai 1952 unter Vermögenskontrolle gestellt worden. Die Anordnung erfolgte im Hinblick auf angebliche Rückerstattungsansprüche des in den USA lebenden Erben des verstorbenen Mitinhabers der Firma Otto Wolff, Ottmar Strauß. Von der Verwaltung der Firma wurde bestätigt, daß ein Rückerstattungsantrag gestellt und ein Treuhänder für die Firma ernannt worden sei. Es wird jedoch von der Firma Wolff bestritten, daß die Ansprüche zu Recht bestehen.

Die Kodak-AG., Stuttgart-Wangen, konnte am 21. Juni ihr 25jähriges Bestehen feiern. Befaßte man sich zunächst mit dem Vertrieb importierter Erzeugnisse, so wurde ab 1927 nach dem Erwerb der Glanzfilm AG. die Eigenproduktion von Kodak-Filmen aufgenommen. Ab 1931 produzierte man nach Übernahme der Firma Dr. August Nagel, Stuttgart-Wangen, Kameras. Ende 1945 wurde jedoch das Kameraprogramm zugunsten der Retina vereinfacht Von ihr haben nunmehr 500 000 Apparate das Werk verlassen. über 60 v. H. der Produktion werden exportiert.

Die Strickwarenfabriken Paul Kübler & Co. GmbH., Stuttgart und Schorndorf, konnten kürzlich ihr 50jähriges Bestehen feiern. Die erheblichen Kriegs- und Nachkriegsschäden, sind beseitigt. Das Unternehmen beschäftigt wieder 1500 Arbeitskräfte und hat in Produktion und Absatz bereits die Vorkriegshöhe erreicht. 10 v. H. der Produktion werden exportiert.

Die Stotz-Kontakt-GmbH., Heidelberg, eine Tochtergesellschaft der Brown, Boveri & Cie. AG., Mannheim, hat als einzige Firma von der Prüfstelle des Verbandes deutscher Elektrotechniker die Genehmigung erhalten, auf ihren Stöpsel-Automaten das VDE-Zeichen zu führen.