In der vergangenen Woche sind auf den Rohstoff- und Lebensmittelmärkten der Welt wieder eine ganze Reihe von neuen Preisrückgängen eingetreten, denen nur ganz wenige und sehr bescheidene Preisverbesserungen gegenüberstehen. Zurückgegangen sind vor allem die Preise für Öle und Fette, für Weizen und Mais und für verschiedene Rohfasern. Selbst Wolle hat nach dem wochenlangen, Anfang April begonnenen Auftrieb einen Preisrückgang an der New Yorker Börse von 3 cts je lb erfahren. Von einer wirklichen Stabilisierung der Preise, von der schon seit Wochen gesprochen wird, kann danach vorläufig jedenfalls noch in keiner der wichtigeren Warengruppen die Rede sein.

Mit besonders großem Interesse wurden in der Berichtswoche die Vorgänge auf den Metallmärkten verfolgt. Gleich zu Beginn der Woche wurde bekannt, daß sich auf dem amerikanischen Bleimarkt eine stärkere Aktivität bemerkbar mache. Die Nachfrage ist zur Zeit besser, als sie seit dem Preisrückgang in New York am 12. Mai von 17 auf 15 cts je lb zu beobachten war. Allerdings war. das Kaufinteresse auch in dieser Zeit nur gering und beschränkte sich auf die dringlichsten Bedarfskäufe. In der Zwischenzeit aber sind die Vorräte bei der Industrie so stark geschrumpft, daß sie dringend ausgefüllt werden müssen. Trotzdem sind die Fachkreise imme noch der Meinung, daß weitere Rückgänge folgen werdet, und halten deshalb mit stärkeren Anschaffungen zurück Auf dem New Yorker Zinkmarkt ist wieder ein neuer Preisrückgang eingetreten. Seit dem 19. Juni beträgt die Lokonotierung an der New Yorker Metallbörse nur noch 15 cts gegen 16 cts vom 5. bis 18. Juni, 17 1/2 cts am A. Juni und 19 1/2 cts vorher. Zink steht damit jetzt auf der gleichen Höhe wie am Vorabend des Korea-Krieges; seine Produktion übersteigt aber auch den zivilen Bedarf ganz erheblich. Blei, dessen Produktion noch hinter dem Friedensstand zurückbleibt, wird jetzt, trotz des Preisrückganges von 19 auf 15 cts, noch um 3 1/2 cts höher gehandelt als vor Korea. Für Zinn ist in der Berichtswoche am Londoner Markt eine leichte Preiskorrektur nach unten erfolgt.