Donnerstag, 26. Juni, 22.35 im NWDR: Ernst Křenek, dieser prominente Gast aus Amerika, der früher im deutschen Musikleben eine so große und kühne Rolle spielte, leitet das Nachtprogramm ein und bietet die Ursendung seiner sechsten Klaviersonate (1951) dar. Dann folgt (als Aufnahme) die von ihm dirigierte europäische Erstaufführung seines vierten Klavierkonzerts, die vor einiger Zeit in Köln stattfand.

Freitag, 27. Juni, 20.05 von Rot-Weiß-Rot: Die österreichische Sendergruppe überträgt ein Konzert vom 26. Internationalen Musikfest in Salzburg. Drei Meister der Moderne, gleichsam ihre „Klassiker“, stehen auf dem Programm: Strawinsky (Divertimento), Hindemith mit seinen Sinfonischen Metamorphosen (1943) und Bartóks mittleres Klavierkonzert. Radio Bremen schließt sich der Übertragung an.

Sonnabend, 28. Juni, 20.00 aus Bremen: „Das Leben ist Nervensache“, so behauptet die Unterhaltungsabteilung. Der Beweis soll in einem Kabarettkolleg – über die Nerven bekannter Zeitgenossen – erbracht werden. Zwischendurch – so wird verlangt – soll der Hörer tanzen. Bei einem Fünf-Minuten-Intermezzo „Der Teufel hat das Wort“, das in Bremen schon Tradition geworden und mit Bosheit gegen das Publikum geladen ist, kann dann der Hörer seinen eigenen Nervenzustand überprüfen.

Sonntag, 29. Juni, 9.45 aus Stuttgart: Eine Sendung zum 75. Geburtstag Hermann Hesses. Otto Heuschele, der selber als Lyriker, Erzähler und Essayist hervorgetreten ist, schrieb sie, um das reiche Werk eines der wenigen lebenden deutschen Dichter von europäischer Geltung zu würdigen.

Montag, 30. Juni, 21.15 im NWDR: In ein Berliner Gestüt führt der Hörbericht „Ostflüchtling Pferd“. Die politische Situation stellte einen Gutsbesitzer vor eine schwierige Aufgabe: seine kostbaren Pferde, die man bereits den landwirtschaftlichen Kollektiven übereignet hat, wieder herauszuholen. Der Bericht schildert, wie dies – nach etlichen Fehlschlägen – gelingt.

Dienstag, 1. Juli, 20.30 im SWF: „Es war ein ungewöhnlich langer Tag“, ein Hörspiel von Christa-Maria Piontek und Paul Hühnerfeld. Dieses Stück von den Konflikten eines Studentenlebens zu zweit – vor dem Hintergrund der heutigen studentischen Not – begegnete bei seiner ersten Sendung (1950, NWDR und Stuttgart) sehr großem Interesse.

Mittwoch, 2. Juli, 21.00 aus Bremen: Es beginnt eine Reihe „Wertvolle Hörspiele des Jahres 1951“, die (in etwa wöchentlicher Folge) jedes westdeutsche Funkhaus mit einem eigenen Hörspiel zu Worte kommen läßt – zum interessanten Vergleich. – Als erstes eine Produktion des Bayerischen Rundfunks „Die Quelle“ nach der Tragödie „The tower beyond tragedy“ des Amerikaners Robert Jeffers. Seit der New Yorker Premiere, 1950, geht dem zugrunde liegenden Drama der Ruf einer „neuen Orestie“ voran. (Regie: Friedrich-Carl Kobbe; in den Hauptrollen: Paul Hoffmann, Maria Landrock und Werner Hinz.) E. P. M.