Der Vorwand Tunis

Das von Außenminister Robert Schuman der Nationalversammlung vorgelegte Reformprogramm für Tunis wurde von der Sammlungsbewegung des Generals de Gaulle (R. P. F.) zum Anlaß genommen, um den Rücktritt des Ministers wegen „Unfähigkeit im Amt“ zu fordern. Die Gaullisten werfen Schuman vor, für die kritische Lage in Tunis verantwortlich zu sein und die Sicherheit Frankreichs durch die Unterzeichnung des Generalvertrags mit der Bundesrepublik und des Vertrages über die europäische Verteidigungsgemeinschaft gefährdet zu haben. Bei der Abstimmung über den Antrag erhielt Schuman dank dem Eingreifen des Ministerpräsidenten Pinay eine Mehrheit, jedoch lehnte das Haus in einer zweiten Abstimmung das Tunis-Programm der Regierung ab. Inzwischen hat sich die Lage in Tunis so zugespitzt, daß der arabisch-asiatische Block in der UNO den Antrag gestellt hat, eine Sondersitzung der Vollversammlung zur Behandlung des französisch-tunesischen Streitfalles einzuberufen. Dazu müßte der Wortführer dieses Blocks, der pakistanische Botschafter Achmed S. Bokhari, freilich die Unterstützung von mindestens 31 der 60 Mitgliedstaaten finden.

Japanischer Küstenschutz

Zwischen den Vereinigten Staaten und Japan ist nach Meldungen in der japanischen Presse ein Vertrag abgeschlossen worden, nach dem die Vereinigten Staaten dem japanischen „See-Sicherheitsamt“ insgesamt sechzig Kriegsfahrzeuge zur Durchführung eines Küstenschutzes leihweise überlassen. Es handelt sich um zehn Fregatten von je 1500 Tonnen und fünfzig Fahrzeuge zu je 250 Tonnen.

Eine charmante Äußerung

Nach einer Rede, die Außenminister Eden in einer Parteiversammlung der Konservativen in Warwick hielt, erhob sich die Frau des Premierministers Churchill und erklärte den Teilnehmern: „Ich gratuliere Ihnen, daß Sie einen so distinguierten Staatsmann und zukünftigen Premierminister in Ihren Reihen haben.“

Die Ostdeutschen sind kräftiger