Auf der Generalversammlung des Verbandes des Derschen Zuckerhandels in Hamburg wurde von dem Vorsitzenden Peter Rehme mitgeteilt, daß das neue Zuckerwirtschaftsjahr mit einem Bestand von 150 000 bis 200 000 t – genug für 1 1/2 Monate – begonnen würde. Handel und Industrie hätten im laufenden Jahr stets für eine ausreichende Lagerhaltung gesorgt. Am 30. April verfügte der Importhandel über Weißzuckervorräte von 276 600 t, die Zuckerindustrie über weitere 140 000 t. Der durchschnittliche Monatsumsatz beträgt demgegenüber etwa 120 000 X. Sollte es aus wirtschaftichen Gründen notwendig werden, noch größere Zuckerbestände zu halten, so würde die Privatwirtschaft sich auch dieser Pflicht nicht verschließen. Allerdings müsse sie schon jetzt eine Erstattung ihrer Auslagen an Zinsen und Unkosten fordern. Die in den Handelsverträgen, festgelegten Bezugsmengen überschreiten den deutschen Verbrauch bereits um 30 bis 50 v. H.

In Bonn werde gegenwärtig über eine von der Landwirtschaft beantragte Erhöhung des Zuckerrübenpreises verhandelt, der nicht ausreichend sei und in keinem Verhältnis zu den Getreidepreisenmehr stehe. Die beantragte Erhöhung des Zuckerrübenpeises würde bei den festliegenden Handelsspannen eine Erhöhung derZuckerpreise nach sich ziehen. Der Kleinverkaufspreis würde sich danach ab 1. Oktober auf 1,40 DM je kg stellen.

Min.-Dir. Dr. Staab vom Bundesernährungsministerium erklärte, daß in der Zuckerpreisfrage noch keine Entscheidung getroffen wurde; vor allem sei die Bildung einer Vorratsstelle für Zucker (wie bei Dien und Fetten) nicht beabsichtigt. Auch werde nicht daran gedacht, das Zucker-Bezugsscheinsystem für den Großhandel wieder einzuführen. Die Weltzuckererzeugung habe im vorigen Jahr bereits 34 Mill. t betragen, während nur 31,4 Mill. t verbraucht wurden, und für das laufende Jahr sei ein noch höherer Ertrag zu erwarten. –ld