Aktive Unabhängigkeit

Der Staatspräsident von Indonesien, Sukarno, hat während des Besuches des philippinischen Staatspräsidenten, Elpidio Quirino, die Außenpolitik Indonesiens folgendermaßen definiert: „Wir haben uns entschlossen, das Niemandsland zwischen den sich bekämpfenden Lagern zu besetzen, damit wir in Zusammenarbeit mit anderen gleichgesinnten Ländern als ein Puffer zwischen den Gegnern wirken können. Wir behalten uns das Recht vor, uns in gewissen Fällen. mit dem einen oder anderen Land zusammenzuschließen, ohne Rücksicht, auf dessen Zugehörigkeit zu einem Block ... Unsere Rolle ist nicht die einer passiven Neutralität, sondern einer aktiven Unabhängigkeit.“

General von Labours Gnaden

Als der Labour-Abgeordnete Emrys Hughes im englischen Unterhaus an den Außenminister Anthony Eden die Frage richtete, ob Faruk von Ägypten immer noch General honoris causa in der englischen Armee sei und ob der entthronte König nicht nach England eingeladen werden könnte, damit er sich bei der Heimwehr nützlich machen könne, antwortete Eden: „Ich bin mit dieser Angelegenheit nicht so vertraut, wie es vielleicht sein sollte, da König Faruk durch die letzte sozialistische Regierung zum General in der britischen Armee gemacht wurde.“

Bayern rechts des Rheins

Das Bayern-Pfalz-Problem hat eine neue Wendung erhalten. Der Bund „Bayern und Pfalz“, dessen Vorsitzender der Ministerpräsident Dr. Hans Ehard ist, kündigt eine Initiative an, die sich auf der folgenden Linie bewegt: Die Pfalz ist durch die Nationalsozialisten von Bayern abgetrennt worden, als diese für den Gauleiter der Saar, Bürckel, eine Hausmacht schaffen wollten. Eine Rückgabe der Pfalz an Bayern ist daher eine schlichte Wiedergutmachungsforderung, so wie auch jeder Privatmann seinen Besitz, der ihm von den Nazis geraubt wurde, zurückverlangen kann.

Der Bund „Bayern und Pfalz“ vertritt die Auffassung, daß die Rückgliederung der Pfalz auch vom wirtschaftlichen Standpunkte aus wesentlich ist, damit Bayern, dessen natürlicher Handel mit dem Osten und Südosten abgeschnitten ist, sich leichter nach dem Westen orientieren könne. Eine Wiedervereinigung des „rechtsrheinischen Bayern“, mit dem „linksrheinischen“ würde schließlich eine Unterstützung der gesamtdeutschen Politik gegenüber den französischen Saar-Aspirationen bedeuten, da dem diplomatischen Gewicht der Bundesregierung das Gewicht des bis ins letzte staats- und besitzbewußten Bayern hinzugefügt würde.